Osnabrücker Landessuperintendent warnt vor intolerantem Schwarz-Weiß-Denken

Nachricht 01. September 2013

Barnstorf/Kr. Diepholz (epd/red). Der Osnabrücker Landessuperintendent Burghard Krause hat die Kirche vor intolerantem Schwarz-Weiß-Denken gewarnt. In der Geschichte ließen sich zahlreiche Beispiele dafür finden, dass vorschnelle Urteile über "Rechtgläubigkeit und Ketzerei, Treue und Verrat, Wahrheit und Irrtum" zu Unrecht und Unheil geführt hätten, sagte Krause am Montag beim Generalkonvent in Barnstorf bei Vechta.

Dort trafen sich mehr als 140 Pastorinnen und Pastoren des Sprengels Osnabrück, um sich über das Jahresthema der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) "Reformation und Toleranz" auszutauschen. Der Sprengel umfasst vor allem die Stadt Osnabrück sowie die Landkreise Osnabrück und Diepholz.

Krause erinnerte in seiner Predigt an Scheiterhaufen, Ketzerprozesse und an Martin Luthers "Hetzschriften" gegen die Juden: "Gelebte Intoleranz, geboren aus der Angst vor Identitätsverlust - sie gehört zur Scham- und Schuldgeschichte der Kirche." Auch in der heutigen Zeit des weltanschaulichen Pluralismus solle niemand über Wahrheit und Unwahrheit der Religionen urteilen, betonte der Landessuperintendent: "Überlasst es Gott, das letzte Wort zu sprechen."

Auch im Inneren "bleibe die Kirche ein Gemischtwarenladen". In der Debatte um das Positionspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Familie und Ehe seien Rufe laut geworden "nach einem, der eindeutig festlegt, was richtig und was falsch ist". Doch davon sollten sich evangelische Christen nicht beirren lassen, mahnte Krause. Toleranz sei schließlich nicht gleichzusetzen mit Beliebigkeit.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen