Stader Landessuperintendent fordert mehr Respekt gegenüber Muslimen

Nachricht 31. August 2013

Stade (epd). Der Stader Landessuperintendent Hans Christian Brandy hat zu mehr Verständnis und Respekt gegenüber den Muslimen in Deutschland aufgerufen. "Es gibt gegen Muslime dumpfe Ängste und Vorurteile, hier ist offene Begegnung dringend notwendig", sagte er am Sonntag in Stade zum Auftakt einer eine landesweiten Predigtreihe zum Thema "Reformation und Toleranz". Die Begegnung mit Muslimen sei für Christen ein besonderes "Lern- und Bewährungsfeld" für Toleranz. Gegenseitiges Kennenlernen und Gastfreundschaft seien wichtige Schritte dazu.

"Natürlich stellt man sich dann gegenseitig auch kritische Fragen, und es gibt auch Positionen, zu denen man Nein sagen muss", sagte Brandy laut Redemanuskript. "Aber solche Begegnungen bereichern." Christen würden sich dabei auch ihres eigenen Glaubens gewisser.

Religionen hätten sich in der Geschichte oft schwer getan mit der Toleranz, erläuterte Brandy, der als Landessuperintendent den Sprengel Stade der hannoverschen Landeskirche mit rund 590.000 Mitgliedern leitet. Im Christentum, Judentum und Islam gebe es Beispiele für Intoleranz. Diese Gefahr wohne dem Glauben inne. "Aber immer wieder gab es auch die Selbstheilungskräfte der Religion, die Erinnerung an die eigenen Grundlagen." Im Christentum sei dies die Botschaft Jesu von der Liebe. "Gott will nicht Gewalt, Gott will Frieden", betonte Brandy.

Die Reihe soll an verschiedenen Orten von den Mitgliedern des Bischofsrates der hannoverschen Landeskirche fortgesetzt werden. Dem Gremium gehören die Landessuperintendenten der sechs evangelischen Kirchensprengel sowie Landesbischof Ralf Meister an. "Reformation und Toleranz" lautet auch das Schwerpunktthema der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in diesem Jahr. Die Kirche bereitet sich damit auf das 500-jährige Jubiläum der Reformation vor, das im Jahr 2017 gefeiert wird.

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