Landesweite "Woche der Diakonie" im Kloster Loccum eröffnet

Nachricht 31. August 2013

Hannover/Loccum (epd). Die Diakonie in Niedersachsen hat am Sonntag ihre jährliche "Woche der Diakonie" eröffnet. Bis zum 8. September finden landesweit in rund 3.000 Einrichtungen Aktionen, Feste, Diskussionen, Konzerte, Sammlungen oder Tage der offenen Tür statt, um für die soziale Arbeit der evangelischen Kirche zu werben. Beim Eröffnungsgottesdienst in der Stiftskirche des Klosters Loccum bei Nienburg warnte Diakonie-Direktor Christoph Künkel davor, soziales Engagement finanziellen Gewinnen unterzuordnen. Im Gesundheitssystem dürfe es nicht darum gehen, "dass man Menschen nur deshalb gesund macht oder operiert, um damit Geld zu verdienen". Genau das geschehe aber heute bereits.

"Jeder Mensch, ob jung, ob alt, ob krank oder gesund, ob hochintelligent oder demenziell erkrankt, hat seine ihm von Gott gegebene Würde", unterstrich Künkel laut Redemanuskript. "Die darf ihm niemand nehmen." Sie dürfe nicht "verzweckt" werden. An die Diakonie gerichtet sagte Künkel, Menschen dürften auch nicht nur deshalb gepflegt werden, damit sie Kirchenmitglieder werden oder bleiben. Die Woche der Diakonie wurde in Loccum eröffnet, weil das Kloster Loccum in diesem Jahr sein 850-jähriges Bestehen feiert.

In der Marktkirche in Hannover rief Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes dazu auf, angesichts sozialer Probleme einen langen Atem zu behalten. Auch wenn manche Probleme obdachloser oder arbeitsloser Menschen unüberwindlich wie eine Mauer zu sein schienen, so könne sich die Mauer durch beharrliches Engagement eines Tages doch öffnen. In dem Gottesdienst wurde vor dem Altar symbolisch eine Mauer errichtet. Wohnungslose, eine alleinerziehende Mutter mit ausländischen Wurzeln, eine Seniorin und ein Kind aus einer Familie mit wenig Geld erzählten anschließend ihre "Durchbruchserlebnisse".

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