Hilfe für Menschen im Nord-Irak

Nachricht 29. August 2014

Diakonie-Katastrophenhilfe hilft mit Partnerorganisationen / Bitte um Unterstützung

In den ersten Augustwochen sind nach schweren Kämpfen in der Niniveh-Ebene und dem Vormarsch der IS im Nord-Irak mehr als 350.000 Menschen in die von Kurden kontrollierten Gebiete im Norden geflohen, darunter viele Christen und Jesiden. Der Großteil der Vertriebenen sucht Schutz in den Bezirken Duhok, Suleimaniyah und Erbil. Mehrere Tausend sollen noch im Sindschar-Gebirge festsitzen. Neben den Vertriebenen des aktuellen Konflikts halten sich rund 230.000 syrische Flüchtlinge im Irak auf. Die jüngsten Angriffe haben dazu geführt, dass viele intern Vertriebene und Flüchtlinge aus Syrien, die im Irak Zuflucht gesucht hatten, gezwungen sind erneut zu fliehen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Die humanitäre Lage verschlechtert sich täglich und die Flüchtlinge sind auf Hilfe zum Überleben angewiesen. Zusammen mit lokalen Partnerorganisationen hat die Diakonie Katastrophenhilfe ein umfangreiches Soforthilfeprogramm gestartet, um die Not der von den Konflikten betroffenen Menschen zu lindern. Die Hilfe richtet sich sowohl an syrische Flüchtlinge als auch die irakischen Vertriebenen. Im Mittelpunkt steht die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Hygienematerial. Gemeinsam mit ihren langjährigen lokalen Partnerorganisationen setzt die Diakonie Katastrophenhilfe im Nord-Irak alles daran, die Situation der Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden zu verbessern.

„Die Not dort ist so groß wie nie“, berichtet Rita Szekely, Projektkoordinatorin im Regionalbüro Istanbul der Diakonie Katastrophenhilfe. „Die Familien finden zwar Zuflucht unter anderem in Schulen und Kirchen.“ Doch um zu überleben, sind sie auf Hilfslieferungen angewiesen. Aktuell versorgt die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihren lokalen Partnern im Irak etwa 8.400 syrische und rund 10.000 irakische Flüchtlingsfamilien. Bei einer durchschnittlichen Familiengröße von fünf bis sechs Personen, entspricht dies ungefähr 110.000 Menschen. Die Versorgung stellt jedoch selbst die erfahrenen Partner vor große Herausforderungen.

„Viele Vertriebene ziehen nach einigen Tagen weiter, um eine sicherere und bessere Unterkunft zu finden. Für unsere lokalen Partner ist die Verteilung daher eine große Herausforderung“, erklärt Rita Szekely. Der Hilfseinsatz ist angesichts der andauernden Kämpfe zudem mit großen Gefahren verbunden. „Wo man heute noch mit dem Auto hingelangen kann, kann schon einen Tag später die Frontlinie verlaufen“, so Szekely. Um das Überleben der Flüchtlinge zu sichern und Krankheiten vorzubeugen, verteilen die Hilfsteams Nahrungsmittel, Hygienesets (Seife, Shampoo, Zahnbürsten, Kämme, Wund- und Desinfektionsmittel, etc.) und andere lebenswichtige Hilfsgüter wie Wasserkanister, Kochgeschirr und Schlafutensilien.