Zwölfte Kirche in Region Hannover entwidmet

Nachricht 19. Juli 2014

Hannover (epd). Zum zwölften Mal ist in der Region Hannover eine evangelische Kirche entwidmet worden. Die Johanneskirche im hannoverschen Stadtteil List wird an eine Planungsgesellschaft verkauft, die dort ein Projekt für gemeinschaftliches Wohnen verwirklichen will. Beim Abschiedsgottesdienst trugen Gemeindemitglieder am Sonntag symbolisch Gegenstände wie Kreuze, Bibel, Kerzen und Abendmahlsgeräte aus der 1967 erbauten Kirche hinaus.

Regionalbischöfin Ingrid Spieckermann ließ in ihrer Predigt die 47-jährige Geschichte der Kirche Revue passieren. "Die Johanneskirche ist Herberge geworden für viele." Dort habe sich eine intensive Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien sowie eine vielfältige Kirchenmusik entwickelt. Doch später seien viele aus dem Viertel weggezogen. Hinzu kämen der demografische Wandel und die Entwicklung zu einer multikulturellen Gesellschaft. Spieckermann lobte das Zukunftskonzept der Gemeinde. Dass die Kirche zum Wohnhaus werde, sei eine "sehr schöne, gute Nachnutzung".

Die frühere Johannesgemeinde hatte sich bereits 2006 mit der Nachbarkirchengemeinde zusammengeschlossen.
Für Veranstaltungen will sie künftig das ehemalige Pfarrhaus sowie die Gebäude der benachbarten Matthäuskirche nutzen. Die Kindertagesstätte am Standort bleibt bestehen. Pastor Ulrich Pehle-Oesterreich sagte, die Gemeinde wolle ihr Geld lieber für Mitarbeiter als für den Unterhalt eines Gebäudes ausgeben: "Menschen statt Steine ist unser Leitbild."

Als erstes evangelisches Kirchengebäude innerhalb der vergangenen Jahre in der Region Hannover war 2007 die Gustav-Adolf-Kirche in Hannover entwidmet und verkauft worden. Dort befindet sich jetzt ein jüdisches Gemeindezentrum. Hintergrund der Entwicklung sind zurückgehende Mitgliederzahlen und Finanzen in der evangelischen Kirche.

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