Solidaritätstafel: Tausend Gäste setzen Zeichen gegen Armut

Nachricht 19. Juli 2014

Hannover (epd). Rund tausend Menschen haben am Sonnabend bei einer "Solidaritätstafel" in der Innenstadt von Hannover ein Zeichen gegen Armut und soziale Ausgrenzung gesetzt. Jeder Passant konnte an der Tafel Platz nehmen und erhielt ein kostenloses Mittagessen. "In Niedersachsen ist jedes fünfte Kind von Armut bedroht", sagte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) als Schirmherrin der Veranstaltung. "Das ist politisch nicht hinnehmbar." Initiatoren der Aktion waren Diakonie und Caritas.

Mit dieser dritten "Solidaritätstafel" wollen die kirchlichen Sozialverbände besonders auf die Situation von Alleinerziehenden aufmerksam machen. Rund 44 Prozent der niedersächsischen Alleinerziehenden seien auf soziale Grundsicherung angewiesen, sagte Caritas-Direktor Hans-Jürgen Marcus. "Eine erschreckend hohe Zahl."

Der hannoversche Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) forderte alle Politiker auf, Alleinerziehende und ihre Kinder stärker als Familien zu betrachten: "Das sind nicht idealtypisch Vater, Mutter, Kind - aber auch Familien." Allein in Hannover gebe es 11.300 Alleinerziehende. Damit diese Eltern einem Beruf nachgehen könnten, seien flexiblere Arbeitszeiten und der Ausbau des Krippenangebots wichtig. Schostok ist ebenfalls Schirmherr der Veranstaltung.

Allen Gästen wurde ein vegetarisches Ratatouille mit Nudeln angeboten. Nach kurzer Zeit waren fast alle Plätze an der 200 Meter langen, weiß eingedeckten Tafel besetzt. Daran saß ein gemischtes Publikum mit arbeitslosen, behinderten und wohnungslosen Menschen sowie Rentnern, aber auch Landtagsabgeordneten und Lokalpolitikern.

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