Forscher wollen Schlosskapelle vor Schmutz und Schimmel schützen

Nachricht 04. Juli 2014

Celle (epd). Nach ersten wissenschaftlichen Untersuchungen ist offen, ob die prunkvoll ausgestattete Celler Schlosskapelle künftig wieder für Besucher zugänglich gemacht werden kann. "Die Wartung und Pflege muss erheblich ausgeweitet werden, um Schimmel und Schmutz zu bekämpfen", sagte Professor Michael von der Goltz von der Hildesheimer Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst am Freitag in Celle bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse.

Die 1485 errichtete Kapelle gilt als eines der schönsten Zeugnisse norddeutscher Renaissancekunst aus frühprotestantischer Zeit und als Bau- und Kunstdenkmal von europäischem Rang. Aus Denkmalschutzgründen dürfen Besucher sie seit 1995 nicht mehr betreten, das Innere kann durch eine Glaswand betrachtet werden.

Ein Team von Restauratoren hat bei einer ersten Bestandsaufnahme wenige Schäden an Holztafelbildern festgestellt. Bei Gemälden auf textilen Bildträgern sowie an Wänden und am Gestühl habe sich aber unter anderem Schimmel gebildet.

Die Präsidentin des evangelischen Landeskirchenamtes in Hannover, Stephanie Springer, hält eine nicht zugängliche Kirche für widersinnig. Allerdings dürften durch eine Öffnung keine Schäden entstehen. Professor Erwin Stadlbauer vom Landesdenkmalamt sagte, ein Zutritt ohne Begrenzung der Besucherzahlen sei undenkbar. In den 1980er Jahren wurde die Kapelle jährlich von mehr als 50.000 Menschen besucht, was durch eine erhöhte Feuchtigkeit zu erheblichen Schäden führte.

Laut Stadlbauer soll nach weiteren Untersuchungen 2016 entschieden werden, ob die Kapelle teilweise geöffnet werden kann. Die Wissenschaftler wollen dabei modernster Klimatechnik einbeziehen. Zuletzt wurde die Kapelle 1998 restauriert.

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