Hannoverscher Theologe erzählt Geschichte des "Augsburger Bekenntnisses"

Nachricht 25. Juni 2014

Landesbischof begrüßt neues Buch

Augsburg_Erzählung
Pastor Christian Bogislav Burandt und Landesbischof Ralf Meister bei der Buchpräsentation "Gegen Fürsten, Tod & Teufel. Eine Erzählung über das Augsburger Bekenntnis". Foto: Werner Kamsker.

Hannover/Leipzig (epd). Das "Augsburger Bekenntnis" aus dem Jahr 1530 ist eine entscheidende Glaubensgrundlage für 70 Millionen evangelisch-lutherische Christen in aller Welt - doch nur wenige kennen seine Geschichte. Diese Lücke will der evangelische Pastor und promovierte Theologe Christian Bogislav Burandt aus Hannover mit seinem neuen Buch "Gegen Fürsten, Tod & Teufel" schließen. Auf 232 Seiten erzählt er in unterhaltsamer Form, wie das Bekenntnis entstand und welche Folgen es hatte.

Das neue Buch aus der Evangelischen Verlagsanstalt in Leipzig bewege sich auf der Grenze zwischen Sachbuch und Belletristik, sagte Burandt am Mittwoch. Es fließe auch Fiktion ein, doch alle Fakten seien historisch abgesichert. Ihm gehe es darum, den Lesern einen allgemeinverständlichen Zugang zum Augsburger Bekenntnis zu vermitteln. "Das Dokument formuliert die Identität der Lutheraner, ohne die Gegenpartei schlecht zu machen", betonte er. Zugleich sei schon damals ein ökumenischer Geist zu spüren: "Es ist der ausgestreckte Arm, um mit der Gegenpartei ins Gespräch zu kommen."

Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover begrüßte das Buch bei einer Präsentation. Das Augsburger Bekenntnis spiele in der Kirche bis heute eine Schlüsselrolle, sagte er: "Wenn wir darüber nachdenken, was es heißt, evangelische Kirche zu sein, argumentieren wir mit diesem Bekenntnis."

In der "Confessio Augustana" fänden sich grundlegende Aussagen etwa zum Verhältnis von Haupt- und Ehrenamtlichen in der Kirche. Es gebe auch kritische Passagen zum Amt der Bischöfe, die bis heute nützlich zu lesen seien. Sie bezögen sich aus Sicht der Reformatoren allerdings eher auf die katholischen Bischöfe des 16. Jahrhunderts, sagte Meister mit einem Schmunzeln.

Das Bekenntnis wurde am 25. Juni 1530, vor genau 484 Jahren, auf dem Reichstag von Augsburg von protestantischen Fürsten an den katholischen Kaiser Karl V. überreicht. Die evangelischen Theologen legten darin mit 28 Artikeln ihre Lehre dar und bemängelten Missstände in der damaligen Kirche. Autor des Textes war Philipp Melanchthon (1497-1560), ein enger Mitarbeiter Martin Luthers. Luther selbst konnte als Geächteter nicht am Augsburger Reichstag teilnehmen, sondern ließ sich auf der Veste Coburg durch Boten von den Vorgängen berichten.

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