Kirche im ostfriesischen Bagband erinnert an Ersten Weltkrieg

Nachricht 23. Juni 2014

Bagband/Kr. Aurich (epd). Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bagband bei Aurich erinnert am Sonnabend (28. Juni) an 51 junge Bagbander, die im Ersten Weltkrieg zwischen 1914 und 1918 starben. Damit wolle die Gemeinde den Ausbruch des Kriegs vor hundert Jahren ins Gedächtnis rufen, sagte Pastor Oliver Vorwald am Dienstag. Am 28. Juni 1914 wurde der Thronfolger von Österreich-Ungarn, Erzherzog Franz Ferdinand, bei einem Attentat getötet. Der Anschlag im bosnischen Sarajevo gilt als Auslöser des Ersten Weltkriegs, in dem mehr als zehn Millionen Menschen starben - mehr als in jedem anderen Krieg zuvor.

Bei der Gedenkfeier sollen drei junge Frauen aus der Gemeinde die Einträge über die getöteten Soldaten aus dem Kirchenbuch vorlesen. Die jüngsten Soldaten, Arnold Brahms und Gerd D. Wilken, waren gerade 19 Jahre alt, als sie starben. Der Dienstknecht Hinrich Lengen war der erste Bagbander, der dem Krieg zum Opfer fiel. Er starb am 28. August 1914 in der "Schlacht an der Guise" bei der nordfranzösischen Stadt Saint Quentin - 25 Tage, nach dem das Deutsche Reich Frankreich den Krieg erklärt hatte.

Nicht alle Bagbander starben auf den Schlachtfeldern oder in Lazaretten, hat Pastor Vorwald herausgefunden. Der Landwirt Klaas Freese geriet in Kriegsgefangenschaft und wurde in das russische Tschita gebracht. Dort starb er am 1. Mai 1916 - mehr als 8.500 Kilometer entfernt vom heimischen Ostfriesland.

Mit einer Andacht zum Weihnachtsfrieden 1914 soll die Gedenkfeier enden. Am Heiligen Abend 1914 hatten viele Soldaten das Töten satt und schlossen einen Weihnachtswaffenstillstand, sagte Vorwald. "Beim französische Ypern kamen Deutsche, Engländer und Franzosen aus ihren Schützengräben, feierten gemeinsam Gottesdienst und spielten miteinander Fußball, bis sie wieder in ihre Schützengräben mussten."

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