Bündnis protestiert gegen langjährigen Treffpunkt von Neonazis

Nachricht 20. Juni 2014

Eschede/Kr. Celle (epd). Gegen einen traditionellen Treffpunkt von Neonazis in Eschede bei Celle haben am Sonnabend rund 80 Menschen demonstriert. Mitglieder eines Bündnisses aus Kirchen, Gewerkschaften und Initiativen zogen in einem friedlichen Protestmarsch vor den Hof des Landwirts und NPD-Mitglieds Joachim Nahtz.

Viele Jahre lang kamen in dem Ort bei Celle Rechtsextremisten auf dem Hof des Landwirts und NPD-Mitgliedes Joachim Nahtz unter anderem zu "Sonnenwendfeiern" zusammen. Zwar habe es dort nach Angaben des "Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus" weder in diesem noch im vergangenen Sommer ein großes Nazitreffen gegeben. Die Demonstranten wollten jedoch mit ihrem Protest solange weitermachen, "bis wir genau wissen, dass sich der braune Sumpf dort nicht mehr trifft." Unter dem Motto "Rassismus tötet. Hinsehen - eingreifen - Mensch sein!" zogen sie am Nachmittag vom Bahnhof Eschede bis hin zu einer Kreuzung in der Nähe des Nahtz-Hofes.

Dort sprachen bei einer Kundgebung unter anderem Redner vom niedersächsischen Flüchtlingsrat und vom "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" über das Thema Flüchtlinge und Rassismus. Horst-Peter Ludwigs vom Flüchtlingsrat kritisierte die Arbeit im Landkreis Celle. Zwar werde von Willkommenskultur gesprochen, die Praxis sehe aber anders aus, sagte er. "Wer zur Ausländerbehörde muss, hat Angst. Ihm wird häufig nicht mit Respekt begegnet, sondern mit Ablehnung." Ludwigs forderte die Entwicklung von Konzepten, die Einbeziehung und Teilhabe der Flüchtlinge ermöglichten.

Zum Abschluss der Demonstration gab es ein Gottesdienst mit einer Ansprache des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister. "Unser Einsatz für den Frieden ist ein geduldiger und treuer, ein mutiger und ein klarer", sagte der evangelische Theologe. Er warnte vor der Bedrohung dieses Friedens durch den Rechtsextremismus. Integration müsse vor Ort geschehen, und jeder Bürger müsse sich fragen, was er dafür tun könne.

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