Scheidender Landessuperintendent sieht Kirchen vor großen Herausforderungen

Nachricht 14. Juni 2014

Hannover/Osnabrück (epd). Die Kirchen stehen nach Ansicht des scheidenden Osnabrücker Landessuperintendenten, Burghard Krause (64), vor großen Herausforderungen. "In Europa geht die Zeit eines durch Tradition und Kultur abgestützten Christseins zu Ende", sagte der evangelische Theologe am Sonnabend vor der hannoverschen Landessynode. Krause, der am 12. Juli in den Ruhestand geht, wurde unter Applaus der Kirchenparlamentarier verabschiedet.

Der christliche Glaube, der in vielen Ländern jahrhundertelang wie eine "Muttersprache" vermittelt worden sei, müsse inzwischen als Fremdsprache neu gelernt werden. Die Lernorte dafür seien rar. "Die Kirche hat ihre gesellschaftliche Monopolstellung als Orientierungs- und Sinngebungsinstanz verloren", sagte Krause. Ihr Einfluss und ihre Bindekraft nähmen spürbar ab.

Ein nostalgischer Rückblick auf vermeintliche bessere frühere Zeiten helfe dabei aber genauso wenig wie ein schlichtes "Weiter so!" mit geringeren Mitteln und Einflussmöglichkeiten. Vielleicht werde den Kirchen zurzeit das Loslassen vertrauter Bilder abverlangt, ohne dass ein neues Bild bereits klar erkennbar sei. Er sei aber überzeugt, dass Gott mit der Kirche noch viel vorhabe, betonte Krause. "Nur wenn wir das glauben, werden wir den Schmerz des innerkirchlichen Wandels annehmen."

Krause wurde 1949 in Wolfenbüttel geboren. Er studierte in Neuendettelsau bei Nürnberg und Erlangen Theologie und war bis 1979 als wissenschaftlicher Assistent in Erlangen tätig. Nach seiner Promotion und seinem Vikariat in Loccum bei Nienburg wurde er 1981 Pastor in Hachmühlen bei Hameln. 1985 wechselte er als stellvertretender Direktor zum Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Hermannsburg bei Celle. 1998 wurde er Superintendent in Rotenburg/Wümme, bevor er 2002 als Landessuperintendent nach Göttingen ging.

2007 wechselte Krause als Regionalbischof nach Osnabrück. Zuvor waren im Zuge der Sprengelreform in der größten evangelischen Landeskirche Deutschlands die Sprengel Hildesheim und Göttingen zusammengelegt worden. Eckhard Gorka übernahm die Leitung des neuen Sprengels Hildesheim-Göttingen.