Hannoversche Landeskirche will um Kirchenmusiker werben

Nachricht 13. Juni 2014

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche will verstärkt um Kirchenmusiker werben. Mit den jungen Menschen, die derzeit das Fach studierten, könnte nur etwa die Hälfte der frei werdenden Stellen wieder besetzt werden. Noch schwieriger sei es, etwa Organisten im Nebenamt zu gewinnen, sagte der evangelische Oberlandeskirchenrat Klaus Grünwaldt, zum Abschluss der dreitägigen Tagung der evangelischen Landessynode am Sonnabend in Hannover.

Die Nachwuchsgewinnung sei ein drängendes Problem. Die Landeskirche will Grünwaldt zufolge deshalb zunächst auf fünf Jahre befristet insgesamt drei Stellen für Kirchenmusiker schaffen, die speziell den Nachwuchs fördern sollen. Sie könnten zum Beispiel mit Kinder- oder Jugendchören, Bands, Musicalprojekten oder Orgelunterricht Kinder und Jugendliche für die Musik begeistern. Beispielhafte Projekte wie das Programm "Alte Orgeln für junge Menschen" der Orgelakademie Stade oder den Jugendchor Quilisma in Springe gebe es bereits.

Für die neuen Stellen öffne die Landeskirche ein ursprünglich für Berufsanfänger konzipiertes Programm nun auch für Kirchenmusiker, die bereits länger im Dienst sind, sagte Grünwaldt. Zuletzt hätten sich nicht genügend Berufseinsteiger für die ausgeschriebenen Stellen begeistert. Sie wollten sich zu Beginn ihrer Laufbahn noch nicht spezialisieren und zögen unbefristete Stellen vor. Es sei wichtig, in die Musikvermittlung zu investieren, betonte der Oberlandeskirchenrat: "Das gesamtgesellschaftliche Klima für Musik und Kultur wird schlechter."

Mehr Geld soll nach den Vorstellungen des Landeskirchenamtes auch in die Förderung der Popularmusik in der Landeskirche fließen. Bisher hat die Kirche einen Pop-Kantor und einen Gospel-Pastor in Hannover. Im Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik "Michaeliskloster" in Hildesheim unterrichtet und berät der Kirchenmusikdirektor Wolfgang Teichmann in diesem Bereich. Zusätzlich könnte Grünwaldt zufolge der ebenfalls am Michaeliskloster angesiedelte Verein "Initiative Jazz, Rock, Pop in der Kirche" eine Anlaufstelle werden und entsprechend gefördert werden. Er könnte unter anderem Musiker beraten und fortbilden, Bandgründungen begleiten oder Lied-Wettbewerbe initiieren.

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