Ausstellung über evangelische Pfarrhäuser erstmals in Niedersachsen

Nachricht 13. Juni 2014

Braunschweig (epd). In die Geschichte des evangelischen Pfarrhauses können Besucher einer Wanderausstellung ab diesem Montag in Braunschweig eintauchen. Unter dem Titel "Leben nach Luther" zeigt das Berliner Deutsche Historische Museum erstmals in Niedersachsen diesen Ausschnitt der Kulturgeschichte, sagte der Direktor des Theologischen Zentrums Braunschweig, Dieter Rammler, am Freitag. Die Ausstellung ist bis zum 28. Juli in der Brüdernkirche in Braunschweig zu sehen.

Auf über 30 Schautafeln werde die Entwicklung des Wohnens und des Pastorenberufs von der Reformation im 16. Jahrhundert bis heute gezeigt, sagte Rammler. Der Alltag der Pastoren werde unter anderem durch Amtstrachten, Modelle von Häusern und durch Möbel erlebbar. Zudem zeige die Ausstellung mit einem zusätzlichen Teil die Geschichte des Pfarrhauses speziell im Braunschweiger Land.

Eine Bild-Präsentation zeige dazu ausgewählte Pfarrhäuser der Region und ihre Architektur im Wechsel der Jahrhunderte, sagte Rammler. Er nannte das Leben mitten in einer Gemeinde ein Privileg. Die besondere gesellschaftliche Rolle von Pastoren werde in einem nachempfundenen Amtszimmer aus dem 19. Jahrhundert deutlich. Aktuell spiele allerdings der Wunsch der Pastoren nach mehr Privatsphäre eine größere Rolle.

Auch das Leben in den Pfarrhäusern der Missionare in Afrika oder Indien werde gezeigt. Ergänzende Exponate stammten von zahlreichen Kirchengemeinden, Bibliotheken, privaten Leihgebern und dem Landesmuseum, sagte Rammler.

Zudem widmet sich die Ausstellung dem "Kirchenkampf" während des Nationalsozialismus, der kirchlichen Opposition in der DDR und der Rolle des Pfarrhauses in der "Friedlichen Revolution" 1989/90. Auch Themen wie Kindererziehung, Amtspflichten oder Statusfragen sowie wissenschaftliches Streben und moralische Vorstellungen in protestantischen Pfarrhäusern seit der Reformation werden thematisiert.

Die Wanderausstellung wird bis 2017, dem Jahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums in mehr als 20 deutsche Städten gezeigt. Die Schau ist ein gemeinsames Projekt mit dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Internationalen Martin Luther Stiftung.

Die Ausstellung ist montags bis samstags zwischen 14 und 19 Uhr geöffnet. Zusätzlich ist den Besuchern das Café Kreuzgang zwischen 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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