Bischof Meister: Kirchen müssen sich für Frieden in der Welt einsetzen

Nachricht 12. Juni 2014

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat die Verpflichtung der Kirchen unterstrichen, sich für den Frieden in der Welt einzusetzen. "Wenn die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg einen Sinn hat, dann den, dass jeder Krieg ein grausames Verbrechen ist und ein Verrat an dem Friedensauftrag Christi", sagte der evangelische Theologe am Freitag in seinem Bischofsbericht vor der Landessynode in Hannover. Es habe lange gedauert, bis sich die Kirchen aus ihrer Kriegsbegeisterung befreit hätten. "Zwei Weltkriege und unzählige andere kriegerische Auseinandersetzungen brauchte es, um endlich ganz deutlich den radikalen Auftrag zum Frieden im Leben Jesu zu lesen."

Meister betonte, es gebe keine gesellschaftlichen Werte, die mit Gewalt durchgesetzt werden dürften. "Auch der Patriotismus und der Stolz auf das Land in dem wir leben, darf kein Recht sein, um mit Gewalt gegen andere vorzugehen. Das lernen wir gerade wieder beim Blick auf die Ukraine und Russland."

Außerdem rief der Bischof die Kirchen dazu auf, laut und vernehmbar für die Religionsfreiheit einzutreten. Weltweit würden 100 Millionen Christen verfolgt. Nach Angaben des Weltverfolgungsindexes 2014 stehen Nordkorea, Somalia, Syrien, der Irak und Afghanistan auf den ersten fünf Plätzen. Exemplarisch nannte Meister die junge Mutter Mariam Ischak im Sudan, die wegen ihrer angeblichen Abkehr vom Islam zum Tode verurteilt wurde, sowie die entführten christlichen Mädchen in Nigeria. Er schloss sich dem internationalen Aufruf von Künstlern, Schauspielern und Politikern an: "Bring back our girls!"

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen