EKD-Friedensbeauftragter: Vorrang für Zivil in internationalen Friedensmissionen

Nachricht 10. Juni 2014

Pressemitteilung des Friedensbeauftragten des Rates der EKD

Der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Renke Brahms, hat zum
heutigen „Tag des Peacekeepers“ die Arbeit von Menschen in internationalen
Friedensmissionen gewürdigt. Dabei unterstrich Brahms, der auch der
leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist, den Vorrang
des Zivilen in der Friedenspolitik. „Vorrang vor jeder militärischen
Intervention muss die zivile Konfliktbearbeitung haben“, betonte der EKDFriedensbeauftragte.

In diesem Zusammenhang sprach sich Renke Brahms nachdrücklich dafür
aus, die Instrumente einer zivilen Konfliktbearbeitung deutlich auszubauen.
„Es gibt viele solcher Instrumente wie den Aktionsplan zivile
Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung oder das
Zentrum für internationale Friedenseinsätze, sie sind aber kaum politisch
verankert und finanziell im Gegensatz zur Bundeswehr unzureichend
ausgestattet“, klagt der EKD-Friedensbeauftragte. Hier müsse das Parlament
tätig werden, forderte er.

Auch viele kirchliche Akteure hätten auf diesem Feld Erfahrungen und
Kompetenzen, betonte Renke Brahms und verwies beispielhaft auf das Werk
für Diakonie und Entwicklung mit der Aktion „Brot für die Welt“ oder die
Gruppe „Gewaltfrei handeln“, die seit vielen Jahren Friedensfachkräfte
ausbildet. „Dies alles muss von Seiten der Politik stärker in den Blick
genommen, aber auch stärker gefördert werden“, machte der EKDFriedensbeauftragte
deutlich.

Kritisch sieht Renke Brahms nach wie vor das militärische Übergewicht bei
Auslandseinsätzen. Nach Angaben der Bundesregierung beteiligte sich
Deutschland 2012 mit rund 6000 Soldaten, etwa 450 Polizisten und knapp
200 zivilen Experten an Friedenseinsätzen unter internationalem und
bilateralem Mandat. „Das ist ein Ungleichgewicht, das sich ändern muss“, ist
der EKD-Friedensbeauftragte überzeugt.

Am 11. Juni begeht die Bundesrepublik Deutschland den „Tag des
Peacekeepers“. Hintergrund ist der „International Day of United Nations
Peacekeepers“ am 29. Mai. Dabei werden in Berlin drei Soldaten, drei
Polizisten und drei zivile Experten aus Friedenseinsätzen geehrt. Erstmals
gab es 2013 in Deutschland einen solchen „Tag des Peacekeepers“.