"Emder Reformationsroute" wird mit ökumenischem Gottesdienst eingeweiht

Nachricht 04. Juni 2014

Emden (epd). Die "Emder Reformationsroute" wird am Pfingstmontag mit einem ökumenischen Gottesdienst eingeweiht. Der Pfad, der an 15 historisch bedeutenden Bauwerken und Standorten entlang führt, solle die Bedeutung Emdens als "Erste Reformationsstadt Europas" anschaulich machen, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Der Titel wurde der Stadt im vergangenen Jahr von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) verliehen. Vor wenigen Wochen wurde Zürich als zweite Stadt mit dem Titel geehrt.

Der Gottesdienst wird von den Kirchengemeinden der Stadt und ihren Pastoren gestaltet. Er beginnt um 10.30 Uhr unter freiem Himmel vor der Holländischen Windmühle am Marienwehrster Zwinger. Während der Feier sollen der Emder Oberbürgermeister Bernd Bornemann (SPD), der lutherische Regionalbischof Detlef Klahr und die reformierte Präses Hilke Klüver ein Grußwort sprechen.

Für die Route wurde den Angaben zufolge ein spezieller Stadtplan mit Informationen zu den Stationen entwickelt. Außerdem sind an zahlreichen Gebäuden des Pfads QR-Codes angebracht, die mit einem Smartphone ausgelesen werden können. So könnten beispielsweise historische Bilder der Gebäude betrachtet und weitere Informationen abgerufen werden.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Route gehört das Rathaus, dessen historische Glasfenster an die "goldene Zeit" der Stadt an der Ems erinnern. Emden war im 16. Jahrhundert eine der größten Hafenstädte Europas. Eine weitere Station ist die Friedhofsmauer an der ehemaligen Großen Kirche. Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche zur "Moederkerk - Mutterkirche" der niederländischen Reformation. Auf ihren Ruinen wurde 1995 die heutige Johannes-a-Lasco-Bibliothek gebaut, die als weltweit bedeutendste Bibliothek zum reformierten Protestantismus gilt.

Initiiert wurde die "Emder Reformationsroute" vom Arbeitskreis "Emden - Reformationsstadt Europas". Zu ihm gehören Oberbürgermeister Bornemann, Vertreter der evangelischen Kirchengemeinden, der Mennonitengemeinde, der Johannes-a-Lasco-Bibliothek sowie Verantwortliche der Landeskirchen. Die Stadt und die Kirchen wollen in den kommenden Jahren mit zahlreichen Projekten an die vor knapp 500 Jahren begonnene Reformation erinnern.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen