ARD überträgt Pfingstgottesdienst in acht Sprachen aus Hannover

Nachricht 06. Juni 2014

Hannover (epd). Christen aus drei Kontinenten gestalten am Pfingstsonntag einen ARD-Fernsehgottesdienst aus der evangelischen Marktkirche in Hannover. Dafür haben sie Beiträge in acht Sprachen vorbereitet, wie die hannoversche Landeskirche mitteilte. "Die Kirche von morgen wird eine Kirche aller Menschen sein, und sie wird viel bunter sein, als wir es uns momentan wohl vorstellen können", sagte Landesbischof Ralf Meister, der die Predigt halten wird. Die christliche Gemeinde sei eine Gemeinschaft der Vielfalt, betonte er.

Zu den Mitwirkenden gehören Christinnen und Christen aus Ghana, dem Kongo, Südkorea, Sri Lanka, dem Irak, Griechenland und der Türkei. Sie alle engagieren sich in christlichen Migrationsgemeinden in Hannover. "Wir gehören alle zusammen zum Leib Christi", betonte der aus Ghana stammende Pastor George Andoh vom "International Gospel Centre" mit Blick auf das Pfingstfest. Noela Joseph aus Sri Lanka ergänzte: "Wir kommen alle aus verschiedenen Gemeinden, aber es ist ein Geist."

Die Zuwanderer aus Afrika oder Asien leben zum Teil schon seit Jahrzehnten in Deutschland. "Migranten aus arabischen Ländern sind nicht nur Muslime, sondern auch Christen", unterstrich Pastor Michel Youssif aus Ägypten. "Viele Leute vermuten, ich hätte einen Koran in der Hand, aber es ist die Bibel." Nach Angaben der Landeskirche leben allein in Hannover Menschen aus 140 Nationen. "Es ist spannend, Menschen aus vielen Kulturen zusammenzubringen", berichtete Sama Salim aus dem Irak. Für Pastor Theophile Divangamene aus dem Kongo ist wichtig, dass sie von der Landeskirche vorbehaltlos akzeptiert werden.

Die Südkoreanerin Yung-Ju Jeong sagte, der Gottesdienst greife mit den acht verschiedenen Sprachen das Thema des Pfingstfestes auf. An Pfingsten feiern Christen in aller Welt 50 Tage nach Ostern traditionell den Geburtstag der Kirche. Nach biblischer Überlieferung erfasste der Heilige Geist an Pfingsten die Jünger Jesu und Menschen aus vielen Ländern hörten sie in unterschiedlichen Sprachen predigen.

Zuwanderer hätten die Vielfalt des globalen Christentums in die Stadt gebracht, sagte der evangelische Ökumene-Pastor Dirk Stelter, der den Gottesdienst mit vorbereitet hat. Die Landeskirche pflege Kontakte zu rund 50 Migrationsgemeinden. "Mehr als die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund sind Christinnen und Christen", betonte er. "Wir können sehr viel von ihnen lernen." Religion sei ein wichtiger Faktor für die Integration.

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