Tschernobyl-Kinder zur Erholung in Niedersachsen eingetroffen

Nachricht 03. Juni 2014

Hannover (epd). Knapp 100 Kinder und neun Mütter mit Kleinkindern aus der Region um Tschernobyl sind am Mittwochmorgen auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen angekommen. Die strahlengeschädigten Kinder werden Ferien im Landkreis Osnabrück und in Südniedersachsen machen, teilte die hannoversche Landeskirche mit. Die Kirche erwartet zu ihrer 24. Tschernobyl-Ferienaktion in den Sommermonaten insgesamt rund 650 Kinder aus Weißrussland und ihre Begleiter.

Die Kinder sollen sich für jeweils vier Wochen in 20 Kirchenkreisen der evangelischen Landeskirche erholen, hieß es. Auch 28 Jahre nach der Atomkatastrophe in der Nordukraine seien die Folgen gravierend. Die Menschen in den verstrahlten Gebieten Weißrusslands litten noch immer unter den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986. Vor allem Kinder seien betroffen. Durch den Aufenthalt in einer vergleichsweise gesunden Umwelt vermindere sich die Radioaktivität in ihrem Körper, und das Immunsystem werde gestärkt.

Die kirchliche Hilfe für Tschernobyl feiert im kommenden Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Insgesamt kamen bisher mehr als 25.000 Kinder und Mütter mit Kleinkindern auf Einladung der Landeskirche nach Niedersachsen. Zum Jubiläum sammele die Initiative derzeit Geschichten von Gasteltern und Unterstützern.

Die Kirche unterstützt zudem erneut die Kinderabteilungen der zentralen Krankenhäuser im weißrussischen Gomel. Sie stelle durch Spenden finanzierte Medikamente und medizinische Hilfsgüter im Wert von etwa 60.000 Euro zur Verfügung, hieß es. Die Ferienaktion endet am 27. August.

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