Niedersächsische Bischöfe rufen zu Bedacht und Gemeinsamkeit auf

Nachricht 20. Mai 2013

Hannover (epd). Niedersächsische evangelische Bischöfe haben an Pfingsten zu mehr Bedacht und Gemeinsamkeit aufgerufen. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister forderte im Hinblick auf einen kürzlich geklonten Embryo mehr Besonnenheit im Umgang mit wissenschaftlichem Fortschritt. "Die Debatte um den Umgang mit dem menschlichen Klonen hat erneut die Frage aufgeworfen, wo setzen wir dem menschlichen Tun auch in der Wissenschaft eine Grenze?", sagte Meister in der Marktkirche in Hannover.

Die Frage, welche Entwicklungen und Forschungen strikt untersagt werden sollten, könnte in Zukunft immer öfter gestellt werden, sagte Meister. "Wer glaubt, diese Frage sollte ausschließlich im wissenschaftlichen Bereich entschieden werden, der baut einen neuen babylonischen Turm." In einem Experiment war es kürzlich US-Forschern gelungen, menschliche Stammzellen aus einem eigens geklonten Embryo zu gewinnen.

Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber rief Gläubige und Kirchen zur Überwindung von Differenzen auf. So gebe es noch immer kein gemeinsames Abendmahl zwischen evangelischen und katholischen Christen, unterschiedliche Meinungen, ob Frauen Pfarrerinnen sein dürfen und Differenzen über die Rolle des Papstes. "Neues ist möglich und beginnt bereits an vielen Orten", sagte Weber im Braunschweiger Dom.

Der Oldenburger Bischof Jan Janssen hob die Bedeutung von Kirchengemeinden und Gremien für die Kirche hervor. Erst durch das Teilen von Ämtern, Aufgaben und Verantwortung entstehe die ersehnte Entlastung, sagte der evangelische Theologe am Pfingstmontag in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche. Gemeinden seien vielstimmig, vielsprachig und vielfach begabt und daher eine tragfähige Basis für den Aufbau.

Pfingsten ist das "Fest des Heiligen Geistes" und nach Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest des Kirchenjahres. Der Name geht auf das griechische Wort "pentekoste" (der fünfzigste) zurück, weil das Pfingstfest seit Ende des vierten Jahrhunderts fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird. Es gilt als "Geburtstag der Kirche" und Beginn der weltweiten Mission.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen