Ministerpräsident Weil stellt neuen Bildband über Klöster in Niedersachsen vor

Nachricht 28. April 2014

Texte von Hannovers ehemaligem Stadtsuperintendenten Dannowski

Hannover (epd). Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat am Montag in Hannover einen Bildband über 40 ausgewählte Klöster in Niedersachsen vorgestellt. Die Klöster hätten den niedersächsischen Kulturraum über die Jahrhunderte entscheidend mitgeprägt, sagte er bei einer Feierstunde in der Marktkirche: "Sie hatten eine ungemein wichtige Funktion als spirituelle Zentren und eine enorme regionalwirtschaftliche Bedeutung." Ihr Beitrag für die Entwicklung des Kulturraums sei nicht hoch genug einzuschätzen. Sie verfügten über "atemberaubende Kulturschätze".

Autor des von der Klosterkammer Hannover herausgegebenen Bandes ist der frühere evangelische Stadtsuperintendent von Hannover, Hans Werner Dannowski. Gemeinsam mit dem Fotografen Karl Johaentges porträtiert er Anlagen wie das Kloster Amelungsborn im Weserbergland, das Kloster Walkenried im Harz oder das Stift Börstel bei Osnabrück. Auf 176 Seiten erzählen die Autoren die Geschichte der Klöster und erläutern ihre Architektur, Ausstattung und ihre Kunstwerke. In vielen der Klöster leben heute evangelische oder katholische Gemeinschaften.

Einst bestanden auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen 365 Klöster und Stifte, erläuterte Weil: "Sie sind gekommen, sie sind gegangen, manche sind geblieben." Das erste Kloster sei bereits im Jahr 815 im Zuge der Christianisierung durch Kaiser Karl den Großen im Solling entstanden. Klöster seien auch politische Machtzentren gewesen und hätten das so manchen weltlichen Herrscher spüren lassen.

Die Klöster, die trotz Reformation und Säkularisierung erhalten geblieben seien, hätten bis heute eine unverändert hohe Bedeutung, sagte der Ministerpräsident. Er erinnerte daran, dass der Neujahrsempfang im evangelischen Kloster Loccum bei Nienburg mit Gästen aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Kultur jedes Jahr am 6. Januar das "politische Jahr" in Niedersachsen einläute.

In der schnelllebigen Zeit von heute spielten sie eine wichtige Rolle als Orte der Stille. "Viele Menschen haben ein tiefes Bedürfnis nach Ruhe und Besinnung", unterstrich Weil. Die Bedeutung der Klöster sei deshalb in den vergangenen Jahren eher gewachsen.

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