Hildesheimer Bahnhofsmission feiert 100-jähriges Bestehen

Nachricht 23. April 2014

Hildesheim (epd). Mit zahlreichen Veranstaltungen erinnert die Hildesheimer Bahnhofsmission von diesem Sonntag an ihre Gründung vor 100 Jahren. Die Bahnhofsmission sei Zeichen eines zupackenden und handfesten Glaubens und Handelns, sagte der evangelische Superintendent Helmut Aßmann am Donnerstag in Hildesheim. Auftakt des Festjahres ist ein Gottesdienst um 10 Uhr in der evangelischen St. Andreaskirche.

Älteren Zeitungsberichten zufolge wurde die heute vom Diakonischen Werk getragene Einrichtung 1914 gegründet, teilte ein Sprecher des Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt mit. Vermutlich hätten ein Mädchenschutzverband und ein "Evangelischer Verein der Freundinnen junger Mädchen" die Bahnhofsmission ins Leben gerufen. Leider sei bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg viel Archivmaterial zerstört worden.

Zwei Ausstellungen sind in den kommenden Wochen in den Räumen der Bahnhofsmission zwischen Gleis 2 und 3 zu sehen. Zunächst präsentiert ab diesem Sonntag der Künstler Kai Niemann seine Bilder. Ab dem 29. Mai werden Fotografien und Zeichnungen von Björn Hölscher und Björn Lippstreu gezeigt. Die Cellistin Corinna Eikmeier und die Schriftstellerin Christine Kappe wollen am 18. Mai eine Lesung mit improvisierter Musik inszenieren. Hildesheimer mit türkischen Wurzeln berichten am 29. Mai über "Zug-Erlebnisse der ersten Generation".

Die heutigen Besucher der Bahnhofsmission in einem einfachen Holzbau am Hauptbahnhof seien sehr verschieden, sagte die Leiterin der Einrichtung, Bettina Gehrz. Dazu zählten Schüler, Touristen, Alkoholiker oder psychisch Kranke aller Altersgruppen. "Wir sind in erster Linie eine Art Verbindungsstelle." Die Bahnhofsmission sei wie eine Weiche zwischen den städtischen sozialen Einrichtungen, ein Anlaufpunkt für Hilfsbedürftige und Ratsuchende sowie Menschen aus anderen Ländern und Kulturen.

Die erste evangelische Bahnhofsmission wurde 1894 von dem Berliner Pfarrer Johannes Burckhardt gegründet. Bundesweit gibt es inzwischen Missionen an mehr als 100 Bahnhöfen und in 16 niedersächsischen Städten. Jahr für Jahr kümmern sich die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter um mehr als zwei Millionen Menschen.

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