Neues Magazin präsentiert Emden als Reformationsstadt

Nachricht 16. April 2014

Emden (epd). Eine neues Magazin stellt das ostfriesische Emden als Schauplatz der Reformation dar. "Das Magazin will historische Inhalte der Reformationszeit verständlich aufzeigen und gleichzeitig Anregungen zur Reiseplanung geben", sagte Mitherausgeber Marius Lange von Ravenswaay, wissenschaftlicher Leiter der Emder Johannes a Lasco Bibliothek am Donnerstag. Das rund 90-seitige Magazin der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig gehört zu einer Reihe, in der bisher unter anderem Wittenberg, Eisenach, Heidelberg und Nürnberg als "Orte der Reformation" präsentiert werden.

Emden darf sich seit Dezember als erste Stadt auf dem Kontinent "Reformationsstadt Europas" nennen. Der Rat der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa hat der Stadt diese Auszeichnung zuerkannt. Mit dem Titel will Emden für das Reformationsjubiläum 2017 werben. Das Jahr 1517 gilt für die Protestanten in aller Welt als Beginn der Reformation durch Martin Luther (1483-1546) und die Entstehung der evangelischen Kirche vor fast 500 Jahren.

Emden gehörte im 16. Jahrhundert neben Genf und Wittenberg zu den einflussreichsten Stätten der Reformation. Es war damals der größte Seehafen Europas. Als in den Niederlanden die Verfolgung Andersgläubiger einsetzte, war Emden ein Zufluchtsort für Tausende französischsprachiger Glaubensflüchtlinge. Zu den wichtigsten Reformatoren der Stadt zählen Menso Alting (1541-1612) und Johannes a Lasco (1499-1560), denen das Magazin ebenso Beiträge widmet wie der früheren Großen Kirche und heutigen Johannes a Lasco-Bibliothek.

Der polnische Humanist und Theologe Johannes a Lasco war von 1542 bis 1549 der leitende Theologe der damaligen ostfriesischen Kirche. Seine Arbeit beeinflusste auch die Reformationsbewegung in Polen, den Niederlanden und England. A Lasco stehe für die europäische Dimension der Reformationsbewegung, sagte der evangelisch-reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher. "Reformation, das kann man hier in Emden begreifen, ist keine Bewegung, die allein aus Wittenberg kommt."

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