Fürbittengebet zur Situation in Zentralafrika

Nachricht 09. April 2014

„Wie Ratten in der Falle“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 17. März die Situation der Menschen in der Zentralafrikanischen Republik. Paul Denou, Pastor der lutherischen St. Timothee-Gemeinde in der Hauptstadt Bangui, verhält sich nicht wie ein Opfer in der Falle – er versucht, mitten im Wahnsinn des Bürgerkrieges ein bisschen Normalität aufrecht zu erhalten, berichtet das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Hermannsburg (ELM).

Das ELM hat ein Fürbittengebet veröffentlicht: "Gemeinsam mit Christinnen und Christen aus der Zentralafrikanischen Republik und der ganzen Welt bitten wir Sie um Fürbitte für die Menschen in Zentralafrika – Worte von Menschen aus Zentralafrika selbst und von Menschen aus anderen Ländern wechseln sich ab:

Barmherziger Gott, wir treten vor dein Angesicht, um deinen Namen zu preisen
und dich zu bitten. Du bist der Gott des Universums und kein Leid,
das den Männern, Frauen und Kindern unseres Volkes widerfährt, bleibt vor
deinen Augen verborgen.

In der Gewalt, die die Zentralafrikanische Republik verwüstet, bist du, Schöpfer von Himmel und Erde, der Gott der Hingabe, der Gott, der in Jesus Christus zur Vergebung, zur Versöhnung und zu immer neuem Leben aufruft. Wir empfehlen dir die Männer und Frauen guten Willens an, die inmitten dieser Unruhen am Frieden arbeiten. Wir empfehlen dir auch diejenigen an, die in der Spirale des Hasses, der Vergeltung und Zerstörung gefangen sind.

Du Quelle des Lebens, gib uns die Weisheit, deinen Willen zu verstehen,
obwohl wir so oft von den Erklärungen und der Politik der Verantwortlichen in
unserem Land irregeführt wurden. Lehre uns beten für unsere Machthaber, dass sie rechtschaffen und auf das Gemeinwohl bedacht sind, das Gesetz achten und so deinen Plänen dienen.

Du Quelle des Lebens siehst die Qual und Verzweiflung der zentralafrikanischen Bevölkerung. Du bist unsere Hoffnung, Gott des Friedens. Wir bitten dich für das zentralafrikanische Volk, dass deine mächtige Hand dieses Volk aus dem Tal der Schatten des Todes geleite (Psalm 23,4). Wir bitten dich auch für die Kirchen, ihre Leitungspersonen und ihre einzelnen Mitglieder, dass du sie ermutigst, stärkst und ihnen den Elan gibst, auch anderen Menschen Wohlwollen und Solidarität entgegenzubringen.

Du Gott des Lebens, verändere unsere Herzen, verändere unsere Sicht,
lass uns über die gegenwärtige Situation hinaus schauen, und lass uns wagen, die Vergebung, die Versöhnung und den Frieden in die Tat umzusetzen, die du versprichst.

Wir bitten dich für die Organisationen, die der Bevölkerung Soforthilfe leisten. Aber über die materielle Unterstützung hinaus bitten wir, dass im ganzen Land Männer und Frauen des Dialogs, Friedensstifterinnen und Mittler in den Konflikten aufstehen. Dass in der Suche nach Gerechtigkeit und Heilung das Land wieder zu Kräften kommt. Gib unseren Kirchen ein weites und offenes Herz, um die Not und die Schreie unserer Brüder und Schwestern in Zentralafrika zu hören.

(Gemeinsam)
Gott, der du wieder aufbaut, was zerstört wurde, der neu pflanzt, was herausgerissen wurde (Hesekiel 36,36), segne die Menschen in Zentralafrika.
Amen.

(Die fettmarkierten Sätze wurden von Menschen aus Zentralafrika selbst formuliert und die nicht markierten Sätze sind Worte von Menschen aus anderen Ländern.)