Evaluation der Vikariatsreform in der hannoverschen Landeskirche abgeschlossen

Nachricht 08. April 2014

Vor acht Jahren hat die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers das Ausbildungskonzept für ihren pfarramtlichen Nachwuchs neu aufgestellt. Im Jahr 2006 wurden nach Jahrzehnten grundlegende Änderungen im Aufbau des Vikariats umgesetzt. Von Anfang an war das Landeskirchenamt an einer detaillierten Auswertung dieser Reform interessiert. Nun ist eine Evaluation abgeschlossen, die über das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (SI EKD) vom Zentrum für Beratung und Kompetenzentwicklung „Hohenzollern Sieben“ in Hannover durchgeführt wurde.

Oberlandeskirchenrat Michael Wöller (Referat Theologische Ausbildung im Landeskirchenamt), Konventualstudiendirektor Dr. Christian Stäblein und die Mitglieder der Studienleitung des Predigerseminars haben die Ergebnisse der langjährigen Untersuchung ausgewertet. Die Evaluation zeigt eine hohe Akzeptanz für das neue Ausbildungsmodell bei allen an der Ausbildung Beteiligten. Vikarinnen und Vikare, die in den Kirchengemeinden ausbildenden Pastorinnen und Pastoren und die Studienleitung des Predigerseminars sind sich einig: Die Umstellung des Ausbildungskonzeptes hat sich positiv ausgewirkt. Während Vikare bis 2006 nach eineinhalb Jahren Ausbildung in der Gemeinde noch für ein knappes Jahr ins Predigerseminar zogen, profitieren sie im neuen Modell von dem steten Wechsel zwischen Gemeinde und Seminar, Praxis und Reflexion. Studiendirektor Dr. Christian Stäblein beobachtet eine höhere Motivation: „Theoretische Impulse können nun unmittelbar umgesetzt werden und Theorie und Praxis befruchten sich gegenseitig.“ Auch die Terminierung der gut zweimonatigen Schulphase am Anfang der Ausbildung findet ein positives Echo. So stehen die von der Uni kommenden Theologinnen und Theologen gleich zu Vikariatsbeginn vor der Herausforderung, Schülern elementare Zugänge zu religiösen Fragen zu eröffnen.

Die Evaluation zeige auch, wo in Zukunft noch nachgesteuert werden müsse, so die Verantwortlichen. Dies würde im Dialog mit einem neu zu gründenden Kuratorium des Predigerseminars bearbeitet. In dem Kuratorium werden die vier lutherischen Kirchen Niedersachsens - Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe, Hannover - und die Bremische Kirche beteiligt sein, die ihren theologischen Nachwuchs im Predigerseminar der Hannoverschen Landeskirche ausbilden.