Gemeinden in Hannover bauen entgegen dem Trend neue Kirche

Nachricht 31. März 2014

Hannover (epd). Entgegen dem Trend bauen zwei evangelische Gemeinden in Hannover eine neue Kirche. Die Vahrenwalder Gemeinde und die "Landeskirchliche Gemeinschaft" legten am Dienstag symbolisch den Grundstein, wie Pastor Eckhard Gruber dem epd mitteilte. Die bisherige Vahrenwalder Kirche, ein Nachkriegsbau aus dem Jahr 1950, war im vergangenen Jahr abgerissen worden. Sie war für die Vahrenwalder Gemeinde, deren Mitgliederzahlen zurückgehen, zu groß und schluckte zu viel Energie.

Jetzt errichten beide Gemeinden an derselben Stelle für 2,4 Millionen Euro ein neues, kleineres Kirchenzentrum mit Gemeinderäumen, das sie künftig gemeinsam nutzen wollen. Dort sollen sowohl die Buntglasfenster aus der alten Kirche sowie die bisherigen Glocken einen neuen Platz finden. Ein gemeinsamer Innenhof bezieht auch eine Kindertagesstätte sowie ein benachbartes Seniorenzentrum mit ein.

Beide Gemeinden übernehmen jeweils ein Drittel der Kosten für das neue Kirchenzentrum, dabei fließen auch Erlöse aus dem Verkauf von Grundstücken und Gebäuden ein. Das verbleibende Drittel stellt die hannoversche Landeskirche bereit. In der Region Hannover wurden seit 2007 elf evangelische Kirchen entwidmet und teilweise verkauft oder in wenigen Fällen auch abgerissen.

Die Vahrenwalder Gemeinde und die Landeskirchliche Gemeinschaft arbeiten seit Jahren zusammen. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter bieten Freizeiten an, machen gemeinsam Kinder- und Jugendarbeit oder engagieren sich für Migranten. Anders als die Ortsgemeinde organisiert sich die theologisch konservativ geprägte Landeskirchliche Gemeinschaft nicht nach dem Nachbarschaftsprinzip, sondern ihre Mitglieder kommen aus der ganzen Region zusammen. Um das neue Kirchenzentrum zu finanzieren, hat die Gemeinschaft ihr bisheriges Domizil verkauft.

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