Lüchows Propst begrüßt Kompromiss zu Endlagersuche

Nachricht 25. März 2013

Lüchow (epd). Der evangelische Lüchower Propst Stephan Wichert-von Holten hat den Kompromiss zur Suche eines Atommüll-Endlagers begrüßt. Grundsätzlich sei es ein gutes Zeichen, dass sich der Bund und das Land Niedersachsen auf die Einsetzung einer Enquete-Kommission geeinigt hätten, sagte er am Dienstag dem epd. Er hoffe auf ein transparentes Verfahren, das auch die Erfahrung von Betroffenen im Konflikt um die Atomanlagen einbeziehen müsse: "Die Kommission hätte dann ihre Stärken, wenn sie aus den Fehlern der Vergangenheit lernt."

Die in Berlin getroffene Einigung sieht vor, dass die Erkundung des Salzstocks Gorleben unbefristet gestoppt werden soll. Offen bleibt die Frage, ob Gorleben bei der Suche nach einem Endlager künftig ausgeschlossen wird. Neben anderen hatten auch Kirchengemeinden der Region gegen die weitere Erkundung des Salzstocks nach dem Bergrecht geklagt.

Wichert-von Holten kritisierte, selbst wenn das Erkundungsbergwerk geschlossen werde, bleibe Gorleben mit dem Zwischenlager Atomstandort. Bisher gebe es nur dort die Möglichkeit, Castoren lagerfähig zu machen. Im Zwischenlager stehen derzeit mehr als 100 Castor-Behälter. Dem Kompromiss zufolge sollen keine Castoren mehr nach Gorleben gebracht werden. Weitere geplante Atommülltransporte sollen auf andere Bundesländer verteilt werden.

In der neu zu bildenden Enquete-Kommission sollen nach den Plänen 24 Personen sitzen, darunter neben Abgeordneten und Wissenschaftlern Vertreter von Umweltverbänden, Gewerkschaften und Kirchen. Namen gibt es noch nicht. Der Propst forderte, die Kommission müsse unabhängig von politischen Strömungen und Interessen bleiben, um Vertrauen zurück zu gewinnen.

Auch für die Mitarbeiter des Zwischenlagers und des Erkundungsbergwerks in Gorleben müsse es eine berufliche Perspektive geben, sagte er weiter. Aufgabe der Enquete-Kommission müsse es auch sein, die über die Jahre gesammelten Kompetenzen der Beschäftigten zu sichern. Für die komplexen Aufgaben der Zukunft brauche es zudem ganz neue Kompetenzen.

epd-Gespräch: Thomas Paterjey

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