Diakonie begrüßt Ablehnung des Betreuungsgeldes im Bundesrat

Nachricht 22. März 2013

Hannover/Berlin (epd). Der hannoversche Diakoniedirektor Christoph Künkel hat die Ablehnung des Betreuungsgeldes im Bundesrat begrüßt. "Wir haben immer betont, dass der Ausbau und die Förderung von Kindertagesstätten und insbesondere der Krippen Vorrang haben muss", sagte er am Freitag in Hannover. "Das Betreuungsgeld weist in eine falsche Richtung." Am Vormittag hatten die von SPD und Grünen regierten Bundesländer beschlossen, dass die Leistungen noch vor der ersten Auszahlung im August gestoppt werden sollen.

Nach der Ablehnung durch die Länderkammer muss sich der Bundestag erneut mit dem Betreuungsgeld befassen. Weil dort CDU/CSU und FDP über die absolute Mehrheit verfügen, hat der rot-grüne Vorstoß jedoch wenig Hoffnung auf Erfolg. Das Betreuungsgeld soll im August 2013 eingeführt und an Eltern gezahlt werden, die ihre Kleinkinder nicht in eine staatlich geförderte Kinderbetreuung geben. Zunächst gibt es 100 Euro, ab 2014 dann 150 Euro im Monat.

Gerade mit Blick auf die Mütter ist das Betreuungsgeld nach Ansicht Künkels ein Armutszeugnis. Viele Mütter wollten oder müssten bald nach der Geburt wieder arbeiten. Das Betreuungsgeld entspreche aber nicht einmal einem Euro Stundenlohn. "Wenn schon Betreuungsgeld, dann müsste es sich an einem ordentlichen Gehalt mit Rentenansprüchen orientieren", sagte der Diakoniechef.

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