Internationale Tagung für Seelsorge in Polizei und Zoll

Nachricht 18. März 2013

Osnabrück/Hannover (epd). Die Osnabrücker Polizeipräsidentin Heike Fischer ist gegen eine "starre Frauenquote" bei der Polizei. "Dennoch müssen wir uns eine Quote zumindest zum Ziel nehmen und auch etwas dafür tun", sagte Fischer am Montag in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Es gelte, den Frauenanteil bei der Polizei insgesamt und vor allem in der Leitung zu erhöhen. Dazu könnten etwa behördeneigene Kitas und Teilzeitstellen für Frauen in Führungspositionen eingerichtet werden.

In Niedersachsen liege der Frauenanteil derzeit bei 21 Prozent: "Das ist beachtlich, aber noch nicht genug", sagte Fischer am Rande eines internationalen Seminars für Polizistinnen in Hannover. Die von der evangelischen Landeskirche organisierte Tagung dauert noch bis Mittwoch. Die Präsidentin forderte aber auch die Frauen auf, ihre Karrierechancen zu nutzen: "Ich sage immer: Frauen, wenn ihr etwas werden wollt, dann meldet euch zu Wort. Stolpersteine können wir aus dem Weg räumen, laufen müssen auch die Frauen alleine."

Sie betrachte den Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen hinsichtlich der Karrierechancen und der Bezahlung allerdings auch als eine gesellschaftliche Herausforderung. Denn diesbezüglich gebe es noch keinen breiten Konsens.

Frauen arbeiteten bei der Polizei mittlerweile in allen Diensten: "Wo es um reine Kraft geht, mögen Frauen manchmal im Nachteil sein. Wenn es um Fitness geht, kann ich sofort zehn Frauen aus meinem beruflichen Umfeld nennen, die es jederzeit locker mit ihren männlichen Kollegen aufnehmen können." Der Umgangston seit "deutlich weniger burschikos und professioneller geworden".

Für sie persönlich sei die Polizei eine "Herzensangelegenheit", sagte Fischer. Sie habe sich immer ernst genommen gefühlt. Aber es habe auf ihrem Weg zur Präsidentin immer auch neidische Stimmen gegeben. Manchmal müssten Frauen doppelt so viel leisten, um das Gleiche zu erreichen wie Männer: "Früher hat mich das geärgert." Heute kämpfe sie dafür, "dass das ein Ende hat. Da sind wir auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel."

epd-Gespräch: Martina Schwager

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