Catholica-Beauftragter hofft auf weltoffenen Papst

Nachricht 06. März 2013

Braunschweig/Rom (epd). Der Catholica-Beauftragte der deutschen Lutheraner, Landesbischof Friedrich Weber aus Braunschweig, hofft auf einen weltoffenen und zugleich gesellschaftskritischen neuen Papst. "Es muss ein Mensch sein, der für die Moderne wachsam ist, sich aber nicht von ihr Treiben lässt", sagte er im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Ich wünsche mir, dass er aufmerksam mitbedenkt, was in den katholischen Diözesen vor sich geht."

In den nächsten Tagen kommen in Rom voraussichtlich 115 Kardinäle zum Konklave zusammen, um nach dem Rücktritt von Benedikt XVI. einen neuen Papst zu wählen. Landesbischof Weber ist von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) für die Kontakte zur katholischen Kirche beauftragt.

"Es wird darauf ankommen, dass der künftige Papst das christliche Leben als verantwortete Freiheit beschreiben kann", sagte er. Die säkulare Welt dürfe nicht nur negativ gesehen werden. Sie könne auch ein Gewinn und ein Stück Freiheit sein. "Ich möchte diese Freiheit nicht wieder aufgeben", sagte Weber. "Aber wir müssen immer wieder neu lernen, wie wir diese Freiheit verantwortlich und nicht willkürlich leben können." Die VELKD vertritt rund zehn Millionen Lutheraner in sieben Landeskirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

epd-Gespräch: Michael Grau

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