Streit um kirchliche Beteiligung an Klosterstätte Ihlow

Nachricht 03. März 2013

Ihlow/Kr. Aurich (epd). Der Konflikt um die Klosterstätte Ihlow bei Aurich spitzt sich zu. Der evangelische Superintendent Tido Janssen warf am Freitag dem Vorstand des Klostervereins, Bernhard Buttjer, unredliche und falsche Aussagen vor. Anfang Februar hatte der Klosterverein mitgeteilt, dass eine Mitarbeit der Kirche an der Klosterstätte Ihlow nicht mehr erwünscht sei. Die laufenden Verhandlungen seien gescheitert.

Die 2009 eingeweihte Klosterstätte Ihlow erinnert in einem Wald südlich von Aurich an die 1529 zerstörte Zisterzienserabtei "Schola Dei" (Schule Gottes). Die bundesweit einzigartige Konstruktion aus Stahl und Holz bildet den Umriss der ehemaligen Klosterkirche nach. Unter der früheren Apsis und dem Chorraum richteten der Verein der Klosterfreunde und der Kirchenkreis gemeinsam einen "Raum der Spurensuche" ein.

Buttjer hatte das Scheitern der Kooperation damit begründet, dass der Kirchenkreis Aurich sich nicht mehr an den laufenden Kosten des Projektes beteiligen wolle. Dies sei eine "Irreführung der Öffentlichkeit", betonte Janssen. In den vergangenen zwei Jahren sei es nie um die Betriebskosten gegangen. Zudem habe der Kirchenkreis eine halbe Pfarrstelle für die Arbeit an der Klosterstätte mit jährlich 40.000 Euro finanziert.

Weiter habe Buttjer behauptet, eine Kooperation mit der Kirche sei lediglich in der Bauphase vorgesehen gewesen. "Diese Behauptung ist falsch", sagte Janssen. Dies hätten Gespräche mit dem früheren Auricher Superintendenten und heutigen Bückeburger Bischof Karl-Hinrich Manzke bestätigt.

Der Kirchenkreis werde sich nicht von sich aus von dem Projekt zurückziehen, sagte der Superintendent. In der Konsequenz werde jedoch der Beauftragte des Kirchenkreises, Pastor Oliver Vorwald, seine Mitarbeit an dem Projekt beenden. Er sei zu weiteren Gesprächen mit dem Rat der Gemeinde Ihlow und dem Klosterverein bereit - nicht aber nur mit Buttjer und dem Ihlower Bürgermeister Johann Börgmann.

Der Kirchenkreis habe sich an der Planung und Realisierung des Projekts ideell, finanziell und personell in erheblichem Maß beteiligt, sagte Janssen. "Viele Unterstützer und Geldgeber, die das ganze Projekt in seiner jetzigen Größe und Schönheit überhaupt erst ermöglicht haben, sind bei ihrem Engagement davon ausgegangen, dass der Kirchenkreis ein Kooperationspartner ist und bleibt", betonte Janssen.

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