Landesbischof Meister wirbt für anderen Blick auf Schönheit

Nachricht 22. Februar 2014

Fernsehgottesdienst "Was sieht denn dein Herz?"

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat dafür geworben, weniger auf äußere Schönheitsideale zu achten. Jeder Mensch sei schön, unabhängig von der Anschauung und Einschätzung durch Andere, sagte der evangelische Theologe am Sonntag in einem vom ZDF übertragenen Fernsehgottesdienst. Der Gottesdienst in der hannoverschen Kreuzkirche wurde unter dem Motto "Was sieht denn dein Herz?" gefeiert.

Schönheit werde heute als Ideal durch die Bilderwelten in Zeitschriften, Fernsehen oder Kino transportiert, kritisierte Meister. "Schneller als die Jahreszeiten wechseln die Moden, Anschauungen und Stile und damit auch das Schönheitsideal." Schönheit sei machbar, zeitaufwendig und manchmal auch kostspielig. Es lohne sich aber, eine tiefere Sichtweise auf Schönheit einzuüben, sagte der Bischof. So könnten die Menschen lernen, ihre strengen Urteile, übereinander und über sich selbst, aufzugeben. Auch das äußerlich abstoßende Bild vom gekreuzigten Jesus zeige, dass Heil und Erlösung keine Schönheitskategorien seien, betonte Meister. "Nicht Ebenmaß und Proportion sind schöne Ideale." Auch das verzerrte Gesicht des Schmerzes, die trüben Blicke des Sterbenden zeugten von der "Schönheit des Menschen".

Studierende der Evangelischen Studentinnen- und Studentengemeinde Hannover gestalteten den Gottesdienst mit. Sie hinterfragten dabei gängige Schönheitsvorstellungen aus Boulevard und Fernsehen. Zudem präsentierten sie aus ihren jeweiligen Studienfächern Antworten auf die Frage nach der Schönheit.