Militärdekan Wenzel wünscht sich mehr Frauen in der Soldatenseelsorge

Nachricht 01. Februar 2014

Hannover/Kiel (epd). Der leitende evangelische Militärdekan Armin Wenzel wünscht sich mehr Frauen in der Seelsorge für Soldatinnen und Soldaten. In der evangelischen Militärseelsorge seien zunehmend Pfarrhelferinnen als hervorragende Mitarbeiterinnen der Militärgeistlichen tätig, schreibt der Theologe in der hannoverschen "Evangelischen Zeitung" vom Sonntag. "Es wäre sehr wünschenswert, dass auch die Zahl der Militärpfarrerinnen, vergleichbar mit ihren Kolleginnen in den Landeskirchen, weiter stiege."

Frauen seien nicht nur qualifiziert, sie würden die Atmosphäre in der Arbeit auch positiv beeinflussen, betonte Wenzel im Gespräch mit dem epd. Doch unter den Militärgeistlichen in den 35 Dienststellen des von ihm geleiteten Militärdekanats Kiel seien nur etwa zehn Prozent Frauen. "Das entspricht etwa der Situation in der Bundeswehr."

Angesichts der Forderungen von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach verstärkten internationalen Einsätzen der Bundeswehr werde es darum gehen, Frauen zunehmend in die Streitkräfte zu integrieren. "Ursula von der Leyen tritt offensichtlich dafür ein, dass sich Frauen in einer klassischen Männerdomäne bewähren."

Wenzel ergänzte, einer Studie zufolge fänden Frauen in der Bundeswehr generell aber noch nicht die Akzeptanz, die sie sich wünschten. Die Hälfte der männlichen Soldaten glaubten beispielsweise, dass sie den körperlich anspruchsvollen Funktionen nicht gewachsen seien.

Zum Bereich des Evangelischen Militärdekanats Kiel gehören die Bundesländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie alle Marinestandorte. In ganz Deutschland gibt es eigenen Angaben zufolge an mehr als 100 Bundeswehr-Standorten evangelische Militärpfarrämter, die in der Regel für verschiedene Einheiten und Liegenschaften zuständig sind.

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