Landesbischof ruft zum Dialog mit dem Judentum auf

Nachricht 08. Januar 2014

Hannover (epd). Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister setzt sich für einen intensiveren Dialog zwischen Juden und Christen ein. "Wir brauchen eine erneute klare Benennung der besonderen Beziehung zwischen der Kirche und dem Volk Israel", sagte der evangelische Theologe am Mittwoch bei einem Vortrag in der hannoverschen Marktkirche.

Christentum und Judentum hätten Kultur, Recht und ethische Werte tief geprägt. Der Gedankenaustausch zwischen beiden Religionen könne modellgebend für die Gesellschaft insgesamt sein, sagte Meister laut Redemanuskript.

Die hannoversche Landeskirche hatte im vergangenen Herbst die besondere Verbindung der Christen zum Judentum in den Rang der Kirchenverfassung erhoben. Sie stellte entsprechende Formulierungen an deren Anfang. Darin heißt es, die Kirche sei "durch Gottes Wort und Verheißung mit dem jüdischen Volk verbunden". Der Text nimmt auch Bezug auf den Antisemitismus der NS-Zeit: "Im Wissen um die Schuld unserer Kirche gegenüber Juden und Judentum sucht die Landeskirche nach Versöhnung."

An den Beratungen darüber waren auch zwei Rabbiner beteiligt. In den vergangenen Jahren hatten bereits 13 der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland ähnliche Passagen in ihre Verfassungen aufgenommen. Die hannoversche Landeskirche ist mit rund 2,8 Millionen Mitgliedern die größte evangelische Landeskirche in Deutschland.

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