„Das Glück der Anderen“ - Neujahrsbotschaft des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider

Nachricht 29. Dezember 2013

Nun lasst uns gehn und treten / mit Singen und mit Beten
zum Herrn, der unserm Leben / bis hierher Kraft gegeben.
Wir gehn dahin und wandern / von einem Jahr zum andern,
wir leben und gedeihen / vom alten zu dem neuen.
(Evangelisches Gesangbuch, Nr. 58, 1.2)

 Zu Beginn eines neuen Jahres halten wir inne. Wir blicken zurück und schauen nach vorn. So wie Paul Gerhardt (1607-1676) in seinem Neujahrslied dichtet. Wir können das, was gelungen ist und das, was uns belastet, Gott – dem Herrn unseres Lebens – anvertrauen.

„Gott nahe zu sein ist mein Glück“ – so lautet die ökumenische Jahreslosung für das neue Jahr 2014 (Psalm 73,28). Diese Jahreslosung entreißt das irdische Glück dem Verdacht, grundsätzlich etwas Egoistisches und Banales zu sein, das mit christlichem Glauben und Gottvertrauen nichts zu tun haben dürfe.

Irdisches Glück und christlicher Glaube – das verträgt sich nur dann nicht miteinander, wenn wir „Glück“ allein mit einem egoistischen Erhalten und Haben von materiellen Gütern und äußeren Erfolgen gleichsetzen. Wir glauben: Glück ist immer auch das Glück der Anderen!

Deshalb sollen wir auch im nächsten Jahr nicht nachlassen, auf die Wunden dieser Welt zu schauen. Die Frage, wie wir in unserem reichen Land mit Menschen umgehen, die Not leiden, bleibt eine zentrale Frage des Neuen Jahres. Hier ist auch von unseren Kirchen und von allen Christinnen und Christen Einsatz, Fantasie und Tatkraft gefragt – dazu treibt uns das biblische Gebot, unsere Mitmenschen im Blick zu behalten, besonders diejenigen, die unsere Hilfe brauchen.

Die Bibel bindet Glück an den Segen Gottes. Und der Segen Gottes zielt immer auf ein irdisches Leben in friedlicher, gerechter und mitmenschlicher Gemeinschaft – und auf unzerstörbares Leben im Gottesreich. Das ist das Glück, das die Nähe zu Gott uns schenkt. Die Gewissheit, Gott nahe zu sein, stärkt uns jeden Tag und jedes Jahr unser ganzes Leben lang.

Hannover, 30. Dezember 2013
Pressestelle der EKD