Landesbischof erschüttert über Anschläge auf Christen im Irak

Nachricht 24. Dezember 2013

 Hannover/Bagdad (epd). Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover hat erschüttert auf die Anschläge auf Christen zu Weihnachten im Irak reagiert. "Dieser Anschlag ist ein bewusster Affront gegen den Geist des Weihnachtsfestes, das zu Frieden und Versöhnung aufruft", sagte er am Mittwoch in Hannover. "Die weltweite Christenverfolgung, die besonders in einigen muslimischen Ländern besorgniserregend ist, muss uns alle aufrütteln."

Bei zwei Anschlägen in Bagdad unter anderem auf Besucher eines Weihnachtsgottesdienstes wurden nach Angaben des US-Senders CNN am ersten Weihnachtstag mindestens 38 Menschen getötet. Zudem wurden rund 70 Menschen verletzt. Vor einer Kirche im Süden der Stadt explodierte den Angaben zufolge eine Autobombe, als die Gläubigen nach der Messe das Gotteshaus verließen. Ein zweiter Sprengsatz sei auf einem Marktplatz detoniert, der vorwiegend von Christen besucht wird, meldete CNN unter Berufung auf das irakische Innenministerium.

"Wir stehen solidarisch zu den Christen im Irak und rufen alle verantwortlichen politischen Kräfte auf, sich für ein tolerantes Nebeneinander der Religionen einzusetzen", sagte Meister. Er rief die christlichen Gemeinden auf, in den kommenden Gottesdiensten für die Opfer und ihre Familien zu beten.

Seit dem Sturz des Diktators Saddam Husseins 2003 werden die Christen im Irak immer wieder Opfer gewalttätiger Übergriffe. In den vergangenen zehn Jahren sank ihre Zahl nach Schätzungen von 1,2 Millionen auf weniger als die Hälfte. Mit heute wohl rund 500.000 Gläubigen stellen die Christen knapp zwei Prozent der irakischen Bevölkerung.

Das Statement im Wortlaut:

Landesbischof Ralf Meister (Hannover):

Ich bin erschüttert über den entsetzlichen Anschlag auf Christen, die in Bagdad friedlich einen Weihnachtsgottesdienst gefeiert haben. Dieser Anschlag ist ein bewusster Affront gegen den Geist des Weihnachtsfestes, das zu Frieden und Versöhnung aufruft. Die weltweite Christenverfolgung, die besonders in einigen muslimischen Ländern besorgniserregend ist, muss uns alle aufrütteln. Wir stehen solidarisch zu den Christen im Irak und rufen alle verantwortlichen politischen Kräfte auf, sich für ein tolerantes Nebeneinander der Religionen einzusetzen. Ich bitte alle Gemeinden, in den kommenden Gottesdiensten für die Opfer und ihre Familien zu beten.

Hannover, 25. Dezember 2013