Landesbischof mahnt praktische Hilfe für Flüchtlinge an

Nachricht 23. Dezember 2013

Hannover (epd). Der evangelische Landesbischof Ralf Meister aus Hannover hat zu Weihnachten konkrete Hilfen für Flüchtlinge angemahnt. "Es ist für uns alle eine politische und gesellschaftliche Herausforderung zu überlegen, was man tun kann, damit die Menschen nicht, wie vor Lampedusa geschehen, im Meer ertrinken", sagte Meister der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Heiligabend-Ausgabe). Praktische Hilfe könne durch Spenden, durch internationale Organisationen vor Ort oder auch durch Kirchengemeinden geschehen, die Wohnungen für Flüchtlinge suchten.

Meister hatte mit einem schockierenden Foto von Flüchtlingen auf seiner Weihnachtskarte für Aufsehen gesorgt, die er an rund 500 Personen des öffentlichen Lebens verschickte. Es zeigt die Havarie eines völlig überladenen Flüchtlingsbootes unmittelbar vor der Mittelmeer-Insel Lampedusa. "Jeder, der noch ein bisschen Herz hat, schaut erschüttert auf die Geschehnisse vor Lampedusa und übrigens auch auf die syrischen Flüchtlinge", sagte Meister. Das Schicksal der Lampedusa-Flüchtlinge zeige, "wie weit wir entfernt sind von einer gerechten Welt".

Lobende Worte äußerte der evangelische Bischof über Papst Franziskus: "Das ist ein großes Glück, dass dieser ein wenig unorthodoxe Bischof von Rom so ein gewaltiges Interesse auf genuin christliche Ziele lenkt", sagte Meister. Der Papst war nach dem Schiffsunglück vor Lampedusa sofort auf die italienische Mittelmeer-Insel gefahren.

Meister begrüßte auch die Kritik des Papstes am Kapitalismus. "Bei uns müssen die Alarmglocken klingeln, wenn wir merken, dass Geld kein bloßes Tauschmittel mehr ist, sondern selbst zum Heilsmittel avanciert und als etwas Heiliges betrachtet wird." Im Blick auf kirchliche Finanzen sagte der Landesbischof, Geld müsse nach dem Anspruch Jesu immer anderen Menschen dienen. Das schließe "Protzbauten" aus, die vorrangig einzelnen dienten und nicht der Gemeinschaft.

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