Niedersachsen will islamischen Religionsunterricht ausbauen

Nachricht 15. Dezember 2013

Hannover (epd). Niedersachsen will den islamischen Religionsunterricht weiter ausbauen. Landesweit lernten derzeit 1.800 muslimische Schülerinnen und Schülern an 37 Grundschulen in dem neuen Fach, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Montag in einer ersten Bilanz: "Wir stellen damit ein Stück Bildungsgerechtigkeit her." Im Schuljahr 2014/15 soll das Fach auch ab den fünften Klassen eingeführt werden. An den insgesamt 3.000 allgemeinbildenden niedersächsischen Schulen gibt es insgesamt rund 49.000 muslimische Kinder und Jugendliche.

Eine Schwierigkeit bei der flächendeckenden Einführung des Faches sei die Frage, ob muslimische Lehrerinnen an den Schulen ein Kopftuch tragen dürften, sagte Annett Abdel-Rahman vom Beirat für den islamischen Religionsunterricht. Zurzeit hielten sich junge muslimische Frauen noch zurück, das Fach zu studieren. Sie wollten erst wissen, ob sie eine gute Perspektive als Lehrerinnen hätten.

Niedersachsen und Hessen hatten im vergangenen August den islamischen Religionsunterricht als reguläres Schulfach eingeführt. Beide Länder folgten Nordrhein-Westfalen, das im vergangenen Jahr der Vorreiter war. Niedersachsen hatte das neue Fach seit 2002 bereits in einem Modellversuch an rund 40 Grundschulen erprobt.

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