EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider predigte in Jerusalem

Nachricht 14. Dezember 2013

„Vom Kommen des Gekommenen“

Seit dem vergangenen Freitag ist eine Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Besuch im Heiligen Land. Am heutigen dritten Aventssonntag predigte der Vorsitzende des Rates, Nikolaus Schneider, im Gottesdienst in der Erlöserkirche in Jerusalem: In Aufnahme des Predigttextes (Offenbarung 3, 1-6) sagte er: „Auch wir leiden daran, dass trotz Jesu Ankunft, damals vor mehr als zwei Jahrtausenden, in unserer Welt noch immer so viele Tränen geweint werden müssen, noch immer so viel Blut gewaltsam vergossen wird, noch immer die Würde so vieler Menschen verletzt und geschändet wird.“

Auch nach fast zweitausend Jahren Kirchengeschichte, so der Ratsvorsitzende weiter, warteten wir darauf, „dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen, dass Treue auf Erden wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue“, wie es in Psalm 85 heiße. Noch gelte dies für die Lebensbedingungen so vieler Menschen als nicht erfüllt, „weder hier in diesem Land noch bei uns in Europa“ und zu oft laufe Christi Auftrag, „Licht der Welt“ und „Salz der Erde“ zu sein, „bei uns ins Leere.“

Der Ruf des Predigttextes „Werde wach!“ gelte auch uns und unserer Kirche. Schneider: „Auch wir brauchen die adventliche Botschaft vom ,Kommen des Gekommenen‘. Auch wir brauchen ‚Ohren, die hören, was der Geist den Gemeinden heute sagt‘ – hier in Jerusalem und für alle Orte dieser Erde. Damit uns das neue Jerusalem zu einer ewigen Heimat wird, die schon heute unser Leben bestimmt und erhellt.“ 

Hannover/Jerusalem, 15. Dezember 2013

Pressestelle der EKD

Reinhard Mawick