Gedenkstätte Ehemalige Jüdische Schule Leer wird gut besucht

Nachricht 12. Dezember 2013

Leer (epd). Bereits über 1.100 Menschen haben die Gedenkstätte "Ehemalige Jüdischen Schule" seit ihrer Eröffnung vor drei Monaten in Leer besucht. Derzeit ist dort eine Ausstellung über jüdische Friedhöfe in Ostfriesland zu sehen, wie der Landkreis Leer am Freitag mitteilte.

Die Kultur- und Gedenkstätte informiert in ihrer Dauerausstellung über das frühere jüdische Leben in Ostfriesland bis zur NS-Zeit. Die Projektleiterin Anna Flume hat dazu mit Zeitzeugen Interviews geführt, die heute in den USA und in Argentinien leben. Diese Gespräche werden auf die Wände des Ausstellungsraumes projiziert.

Die Schule wurde Flume zufolge 1910 eröffnet. Damals lebten rund 250 jüdische Männer, Frauen und Kinder in Leer und Umgebung. Nach der Zwangsschließung durch Nationalsozialisten im Jahr 1939 wurde das Gebäude in der Ubbo-Emmius-Straße zwangsversteigert und wechselte häufig den Besitzer. Fast 20 Jahre lang war darin eine Tierarztpraxis beheimatet. Vor zwei Jahren kaufte der Landkreis die Schule und begann mit der Restaurierung.

Die letzten Juden in Leer wurden 1940 deportiert. Der letzte Lehrer, Seligman Hirschberg, wurde 1938 nach Leer versetzt und konnte in der jüdischen Schule nur noch bis in das Jahr 1939 wirken. Er wurde zusammen mit seiner Ehefrau 1944 in Auschwitz ermordet.

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