Göttinger Historiker schreibt über preußische Kirchengeschichte

Nachricht 07. Dezember 2013

Göttingen (epd). Der Göttinger Historiker Rudolf von Thadden beleuchtet in einem neuen Buch die preußische Kirchengeschichte. In der Zeit zwischen der Reformation bis nach dem Zweiten Weltkrieg seien vor allem die Entwicklungen der unterschiedlichen protestantischen Bekenntnisrichtungen von Bedeutung, sagte von Thadden dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Buch "Eine preußische Kirchengeschichte" aus dem Wallstein-Verlag will der 81-jährige Autor an diesem Montag in der Historischen Sternwarte in Göttingen vorstellen.

Kirchengeschichte sei immer eng verknüpft mit den gesellschaftlichen Umständen, sagte von Thadden. So zeige die preußische Geschichte im Hinblick auf das 500-jährige Reformationsjubiläum, dass dabei nicht allein an Martin Luther erinnert werden dürfe. Beispielsweise habe der reformierte preußische König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) der mehrheitlich lutherischen Bevölkerung eine "unierte Kirche" angeordnet. Die damalige Union zwischen den Reformierten und Lutheranern sei beispielhaft für die heutige Zeit, betonte der Historiker.

Besonders sei außerdem, dass die preußische Kirchengeschichte nicht mit dem Zweiten Weltkrieg ende, sagte von Thadden. Erst 1953 sei unter der DDR-Regierung die preußische Kirchenordnung geändert worden. Von Thadden ist emeritierter Professor für Neuere Geschichte an der Universität Göttingen. Er war von 1993 bis 2007 Direktor des Berlin-Brandenburgischen Instituts für Deutsch-Französische Zusammenarbeit in Genshagen.

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