Wolfenbütteler Bibliothek präsentiert kostbares Evangeliar

Nachricht 06. Dezember 2013

Wolfenbüttel (epd). Die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel präsentiert seit Freitag für sechs Wochen das einstmals teuerste Buch der Welt. Das Evangeliar Heinrichs des Löwen (um 1130-1195) werde nur alle zwei Jahre für wenige Wochen zugänglich gemacht, teilte die Bibliothek mit. Die Bilderhandschrift aus dem Jahr 1188 mit dem Text der vier biblischen Evangelien gilt mit ihrem Reichtum an Farben und Gold als ein Höhepunkt der romanischen Buchmalerei.

Lange Zeit war ihr Verbleib ungeklärt. Seit 30 Jahren wird sie dauerhaft in Wolfenbüttel gelagert. Am 6. Dezember 1983 hatte eine Initiative zur Sicherung deutschen Kulturgutes das Evangeliar für damals 32,5 Millionen D-Mark (rund 16,7 Millionen Euro) im Londoner Auktionshaus Sotheby's ersteigert. Seitdem befindet es sich im Besitz des Landes Niedersachsen, des Freistaats Bayern, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Bundesrepublik.

Herzog Heinrich der Löwe hatte das Evangeliar als Geschenk für die Braunschweiger Stiftskirche St. Blasien in Auftrag gegeben. In der Ausstellung wird den Angaben zufolge zunächst eine Doppelseite mit dem Stammbaum Jesu gezeigt. Nach drei Wochen sollen Seiten zum Wirken Johannes des Täufers zu Beginn des Lukasevangeliums aufgeschlagen werden.

Nur eine Handschriftensammlung von Leonardo da Vinci erzielte bislang einen höheren Preis als das Evangeliar. 1994 zahlte der Amerikaner Bill Gates für den sogenannten Codex Leicester 30,8 Millionen US-Dollar.

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