Landtagspräsident Busemann bekräftigt Forderung nach mehr Feiertagen - Landeskirchenamtspräsidentin unterstützt Vorstoß

Nachricht 19. November 2013

Hannover (epd). Niedersachsens Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) hat seine Forderung nach mehr gesetzlichen Feiertagen für sein Bundesland bekräftigt. Die Gesellschaft brauche solche Tage zum Innehalten, sagte er am Mittwoch in Hannover in einem Gottesdienst zum Buß- und Bettag. Der Katholik und Schwiegersohn eines evangelischen Pastors würdigte auch die historische Bedeutung des Reformationstages. Gemeinsam mit der evangelischen Regionalbischöfin Ingrid Spieckermann hielt er eine Dialogpredigt über "Toleranz und Gerechtigkeit".

Busemann und Spieckermann hatten in der vergangenen Woche dafür geworben, den Buß- und Bettag oder den Reformationstag (31. Oktober) zum gesetzlichen Feiertag zu machen. Niedersachsen sei mit neun arbeitsfreien Feiertagen im Jahr bundesweit Schlusslicht, sagte Busemann. In Bayern gebe es 13 Feiertage. Der Bußtag, ein traditionell protestantischer Feiertag, war 1995 als bundesweiter arbeitsfreier Feiertag gestrichen worden, um die Pflegeversicherung zu finanzieren.

Die neue Präsidentin des evangelischen Landeskirchenamtes in Hannover, Stephanie Springer, dankte Busemann in dem Gottesdienst für seine Initiative zu den Feiertagen. Ebenso wie die Sonntagsruhe leisteten arbeitsfreie Feiertage einen Beitrag dazu, dass die Menschen gemeinsame freie Zeit für Familie oder Gemeinschaftspflege hätten, sagte die Juristin. Die religiöse und theologische Bedeutung der Tage spiele dabei eine wichtige Rolle.

Landessuperintendentin Spieckermann bezeichnete den Buß- und Bettag als Chance zur Umkehr und als Freiraum, um aus Leistungszwängen herauszutreten. Aus Sicht der Regionalbischöfin war es ein Fehler, den Buß- und Bettag aus wirtschaftlichen Gründen als gesetzlichen Feiertag abzuschaffen. Spieckermann organisiert seit zehn Jahren am Buß- und Bettag in der Neustädter Kirche politische Gottesdienste mit Vertretern aus allen Fraktionen des Landtags.

In einem Interview der hannoverschen "Neuen Presse" (Mittwochsausgabe) betonte Busemann, am Buß- und Bettag gehe es aus seiner Sicht darum, sich zu sammeln und über Fehler nachzudenken. In der Politik sei Buße allerdings ein schwieriges Unterfangen: "Es wird wenig verziehen."

Busemann bezog sich dabei auf seine Autofahrt unter Alkoholeinfluss Anfang des Jahres mit 0,8 Promille am Steuer.
"Es war ein schwerer Gang, öffentlich um Entschuldigung zu bitten", sagte er. "Aber als Politiker habe ich eine besondere Rechtfertigungssituation." Dies koste viel Kraft.

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