Landtagspräsident will mehr Feiertage für Niedersachsen - Hannoversche Landessuperintendentin sieht christliche Feiertage als Beitrag zum Allgemeinwohl

Nachricht 14. November 2013

Hannover (epd/red). Niedersachsens Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) wünscht sich mehr Feiertage für sein Bundesland. Unter anderem könne er sich vorstellen, den Reformationstag am 31. Oktober wieder regelmäßig zu einem gesetzlichen Feiertag zu machen, sagte Busemann der "Neuen Presse" in Hannover (Donnerstagsausgabe). Der Katholik warb in der Zeitung gemeinsam mit Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann für mehr Feiertage.

"Die Abschaffung dieser Feiertage aus wirtschaftlichen und letztlich kommerziellen Gründen war falsch. Wir brauchen diese Tage zum Innehalten", sagte Spieckermann dem Evangelischen Pressedienst. Der Buß- und Bettag war 1995 als bundesweiter gesetzlicher Feiertag gestrichen worden, um die Pflegeversicherung zu finanzieren. Der Reformationstag soll im Jahr 2017 ausnahmsweise bundesweit gesetzlicher arbeitsfreier Feiertag sein, weil dann an das 500. Jubiläum der Reformation durch Martin Luther erinnert wird.

Spieckermann unterstrich, dass gerade in der heutigen stressgeplagten Zeit die Menschen sich wieder mehr auf sich selbst besinnen müssten. Die Feiertage seien ein Beitrag, den der christliche Glaube für das Gemeinwohl und den Zusammenhalt aller leiste. Sie seien daher nicht an bestimmte Glaubens- und Weltanschauungsrichtungen gebunden. "Feiertage sind ein Gegenentwurf zu einer zunehmend ökonomischer werdenden Welt", sagte die leitende Theologin. Deshalb begrüße sie politische Initiativen zur Wiedereinführung sehr.

Auch Busemann betonte, dass das ökonomische Argument zur Abschaffung des Bußtages erkennbar Unsinn sei: "Bayern hat mehr Feiertage als Niedersachsen, und man kann nicht behaupten, dass uns dieses Bundesland wirtschaftlich hinterherhinkt." Niedersachsen ist mit neun arbeitsfreien Feiertagen im Jahr den Angaben zufolge bundesweit Schlusslicht. In Bayern gibt es 13. "Feiertage sind eine Bereicherung unseres Lebens, nicht nur theologisch, sondern auch gesellschaftlich, kulturell und für die persönliche Entfaltung", sagte Busemann.

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