Philippinen: Geistliche organisieren erste Hilfsmassnahmen nach Taifun, LWB sagt Unterstützung zu

Nachricht 10. November 2013

Lutherischer Kirchenleiter berichtet: Häuser und Kirchengebäude „sind völlig zerstört“

Manila (Philippinen)/Genf, 11. November 2013 (LWI) – In einer einzigen Stadt werden nach dem Supertaifun Haiyan/Yolanda, der die Zentralphilippinen am 8. November heimsuchte, über 10.000 Todesopfer befürchtet, berichtet ein Pfarrer der Lutherischen Kirche auf den Philippinen (LKP).

In Mahayag, Albuera und Leyte, den vom Sturm am schwersten betroffenen Gebieten, sind „fast alle Häuser […], einschliesslich der Häuser unserer Kirchenmitglieder, entweder völlig zerstört oder erheblich beschädigt. Das Kirchengebäude und das Pfarrhaus sind nicht verschont geblieben“, beschreibt LKP-Präsident Pfr. James Cerdenola die Situation. Er habe bisher keine Nachricht vom Pfarrer der Gemeinde im Gebiet Tacloban, das ebenfalls schwer betroffen ist.

Wo immer es ihnen möglich ist, haben Geistliche der LKP inzwischen begonnen, den Opfern des Taifuns Hilfe zu leisten. Aus Mahayag, eine Stunde Fahrt von der nächsten Stadt Ormoc auf Leyte entfernt, wird berichtet, dass Pfr. Xavier James Palattao auf die nahegelegene Insel Cebu übersetzen konnte, um Unterstützung und Hilfsgüter für seinen Heimatort zu organisieren. „Wir leiden jetzt Hunger. Bisher ist keine Hilfe eingetroffen. Gäbe es Hilfe, würde sie sich auf die Städte beschränken. Uns hat sie nicht erreicht. Und wir sind mittellos“, so Palattao.

Vor dem Hintergrund der Berichte der LKP und der Nachrichten, die beim Lutherischen Weltbund (LWB) über die von dem Taifun geforderte hohe Zahl an Todesopfern und die weitreichenden Zerstörungen eingehen, hat Generalsekretär Pfr. Martin Junge der philippinischen Kirche die Unterstützung der gesamten LWB-Kirchengemeinschaft zugesichert „in diesem sehr schweren Moment Ihres Weges als Nation und als Kirchen.“

In einem heute verfassten Schreiben an den LKP-Präsidenten betont Junge: „Unsere Gedanken und Fürbitten gelten der ganzen Nation und ihrer Bevölkerung, die schockiert und traumatisiert ist angesichts von so viel Zerstörung und Tod“, und er versichert: „Sie sind nicht allein.“

Nach Schätzungen sind vier Millionen Menschen von den Auswirkungen des Taifuns betroffen, der Windstärken bis zu 300 Stundenkilometern erreichte. Vielerorts fehlt es nach Berichten an Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und Unterkünften.

In seinem Schreiben an die 18.000 Mitglieder zählende LKP stellt Junge fest, die Kirche sei zwar ebenfalls direkt von der Naturkatastrophe betroffen, sie habe jedoch eine wichtige Rolle in den verwüsteten Gemeinwesen.

„So sehr die Kirchen auch selbst den Schmerz und die Verluste erleiden, so erhoffen sich die Menschen vor Ort doch von der Kirche ein Wort, das ihnen Seelenfrieden vermittelt, liebevolle Arme, die sie umfangen und Sicherheit geben, wo Leben plötzlich in seiner ganzen Verwundbarkeit wahrgenommen wird, und eine Hand, die ihnen eine Schale Reis oder einen Becher sauberes Wasser reicht“, so Junge weiter.

Der Generalsekretär zitiert den Apostel Paulus (2.Korinther 4,8-10), der die ersten Mitglieder der christlichen Gemeinde aufruft, auch in Notlagen nicht aufzugeben: „Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.“

Der Teamleiter des LWB-Nothilfezentrums Asien ist auf dem Weg in die Katastrophenregion, um sich ein Bild von der Lage zu machen und das Netzwerk des ACT-Bündnisses bei der Nothilfe in den betroffenen Gemeinwesen zu unterstützen. ACT, dessen Gründungsmitglied der LWB ist, koordiniert die Nothilfearbeit der Kirchen und ihrer Partnerorganisationen in aller Welt. Nach dem Taifun Haiyan/Yolanda hat das Bündnis einen Aufruf zur Bereitstellung von Mitteln für Nahrung und andere Hilfsgüter gestartet.