Reformierte Kirche verabschiedet Kirchenpräsident Jann Schmidt

Nachricht 02. November 2013

Die Evangelisch-reformierte Kirche hat Kirchenpräsident Jann Schmidt mit einem Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Etwa 250 Gäste aus ganz Deutschland kamen dazu am Samstag, 2. November, in die Neue Kirche in Emden. Schmidt vollendete im Oktober das 65. Lebensjahr und schied bereits am 31. Oktober offiziell aus seinem Amt aus.

Der Präses der Gesamtsynode, Norbert Nordholt, überreichte Schmidt seine Entlassungsurkunde. Er nannte Schmidt einen Kirchenpräsidenten, der „seine Kirche und ihre Gemeinden so gut kennt wie wahrscheinlich niemand sonst.“ Nordholt erinnerte an die existenzbedrohende finanzielle Krise, in der Schmidt sein Amt antrat. Gemeinsam mit dem kurze Zeit später gewählten Vizepräsidenten Johann Weusmann sei es aber gelungen, die Kirche und ihre Gemeinden auf ein solides, zukunftsfähiges finanzielles Fundament zu stellen. Nordholt sagte: „Der verwaltungserfahrene Theologe Jann Schmidt und der theologisch denkende Jurist Dr. Johann Weusmann: ihre Wahl und ihre Zusammenarbeit erweisen sich als segensreiche Fügung für unsere Kirche.“ Mit Gottvertrauen und Leidenschaft, phantasievoll und mit unermüdlichem Engagement hätten beide erfolgreich daran gearbeitet, die Selbständigkeit der evangelisch reformierten Kirche zu sichern. Schmidt habe sich als Kirchenpräsident für die eine oder andere Entscheidung harsche, manchmal verletzende Kritik anhören müssen. „Doch der Erfolg hat ihnen letztlich Recht gegeben“, so Nordholt. Er schloss mit den Worten: „Im Namen der Mitglieder der Gesamtsynode und des Moderamens der Gesamtsynode danke ich Ihnen von Herzen für die gemeinsame Zeit, für Ihre Arbeit, für Ihr Engagement. Sie haben sich um die Evangelisch-reformierte Kirche verdient gemacht!“

In seiner Predigt warb Schmidt dafür, trotz aller Rückschläge im Leben, Vertrauen zu wagen. In den stürmischen Zeiten des Lebens, biete der christliche Glaube Halt. „Wenn da noch eine Spur Glaube in dir übrig geblieben ist, dann kannst du ganz sicher sein, dass dich jemand an die Hand nimmt, dass dir jemand seine Hand entgegenstreckt, wenn du unterzugehen zu drohst. Und dann hat das Leben wieder Halt“, sagte Schmidt in seiner Auslegung der Geschichte vom sinkenden Petrus (Matthäus 14).

Zu den Gästen im Gottesdienst gehörten unter anderem der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Hans Ulrich Anke (Hannover), der Landesbischof der braunschweigischen Landeskirche, Friedrich Weber und der neue Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, Martin Heimbucher, sowie ostfriesische und Grafschafter Vertreter aus Politik und Verwaltung.

In seinem Grußwort nannte der ehemalige Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe (SPD), Schmidt einen Seelsorger seiner Kirche. Schmidt sei von einem Kult um seine Person so weit entfernt, wie ein ostfriesischer Landarbeiter von einem Glamourgirl Hollywoods. Stellvertretend für alle Politiker auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene bedankte sich Robbe für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der Landesbischof der Evangelischen Lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Friedrich Weber, hob Schmidts Engagement in der Zusammenarbeit der fünf evangelischen Kirchen in Niedersachsen hervor. Schmidt habe hier stets die Eigenständigkeit der Reformierten Kirche gestärkt.

Jann Schmidt wurde am 13. November 2003 von der Gesamtsynode in das Amt des Kirchenpräsidenten gewählt und trat es als Nachfolger von Landessuperintendent Walter Herrenbrück am 1. Mai 2004 an. Schmidt war damit als Kirchenpräsident erstmals leitender Theologe und Leiter der landeskirchlichen Verwaltung. Zuvor lag diese beim leitenden Juristen. Schmidt stammt aus dem ostfriesischen Weener und war 38 Jahre lang für die Evangelisch-reformierte Kirche tätig. Er war Vikar auf der Nordseeinsel Borkum und in Veenhusen, wo er von 1977 bis 1981 auch als Gemeindepastor tätig war. Bis 1984 war Schmidt Schulpastor an den Leeraner Gymnasien und leitete anschließend bis 1990 das Landesjugendpfarramt. Bis zu seiner Wahl zum Kirchenpräsidenten arbeitete er als Pressesprecher seiner Kirche.