"Kraft, die nicht aus der Steckdose kommt"

Nachricht 27. Oktober 2013

Landessuperintendent Krause zu Gast in Melle-Neuenkirchen

Einen „kraftvollen“, offenen Gemeindeabend erlebten am Freitag, 25. Oktober, rund 60 Frauen und Männer im Gemeindehaus der Christophorusgemeinde in Melle-Neuenkirchen. Landessuperintendent Dr. Burghard Krause sprach über "Kraft, die nicht aus der Steckdose kommt" – anschaulich mit Bildern und lebensnah.

Das Frauenfrühstücksteam um die ehrenamtliche Mitarbeiterin Sabine Granzow hatte erstmals mit einer gemütlichen Abendveranstaltung unter dem Motto „Feier Abend" bewusst Männer ansprechen wollen und auch sie kamen reichlich zu vier verschiedenen Suppen, zu Musik, dem Vortrag und Gespräch.

Landessuperintendent Dr. Burghard Krause aus Osnabrück meinte, es gelt die Kraft, die wir zum Leben brauchen, zu bewahren. Regelrechte „Krafträuber“ seien Hektik, Angst, Selbstzweifel. Es gelte die Balance von Geben und Nehmen zu bewahren, etwa für eine Mutter mit drei Kindern, für Arbeitnehmer, die zu wenig Geld und zu viel Arbeitszeit hätten oder für Menschen, die keine Anerkennung bekommen.

Das Bild eines römischen Brunnens, das Zisterzienser-Abt Bernhard von Clairvaux gebrauchte, beschreibe den Menschen als Brunnen-Schale, die erst dann Wasser an die nächste, untere Schale weitergeben könne, wenn Sie selbst genug habe. In „gegliederter Zeit“ zu leben, also im gleichmäßigen Rhythmus von Tag und Nacht, Arbeits- und Freizeit und in den Jahreszeiten, unterstütze die richtige Balance. „Schlafen Sie genug?“ fragte Krause seine Zuhörer, weil auch der Schlaf für die Balance wichtig sei. Auch müsse es Zeiten wie im Urlaub geben, wo man seine Rolle als Mutter, Nachbar, Angestellter mal aufgeben kann, weil diese Rollen auf Dauer auch anstrengen. Durch Freunde – auch in der Kirchengemeinde –, die einem stärkende Selbstbestätigung geben, könne man Kraft erfahren und bekommen, so Krause weiter.

Auch der Glauben sei eine Kraftquelle und mache lebenstauglich. Glaube müsse aber gestaltet und gepflegt werden, sonst verflüchtige und verdampfe er. Glaube sei eine „Hör-Frucht“, die in der Begegnung mit Gottes Wort – etwa in der Bibel – entstehe. „Im Glaube bekommt die eigene Lebensgeschichte einen Bergungsort“, so der Regionalbischof weiter. Wenn man sich Zeiten der Stille einrichten will, sollte man mit kleinen Schritten anfangen, riet der Landessuperintendent. „Beten heißt sich dem Blick der Güte Gottes zu gönnen – in der Stille“. Krause ging auch auf Einwände gegen das Beten ein, wie dass man keine Zeit oder Ruhe oder Worte habe. Wer keine eigenen Worte zum Beten finde, könne das Vater-unser, die Psalmen oder Texte aus Gebetsbüchern sprechen. Erschöpften Menschen helfe der Heilige Geist auch mit unaussprechlichem Seufzen. Dr. Krause riet den Teilnehmern, sich 10 bis 15 Minuten am Tag Zeit zu nehmen, eine Kerze anzuzünden, die Bibel zu lesen und zu beten. Er machte mit ihnen auch noch eine kurze Atemübung dazu.

Nach dem Vortrag trugen Hildrun Balz, Hanns-Peter Haase und Dieter Osuch einen umgetexteten „Rap“ vor: „Der Herr Krause, der hat jetzt Pause“ hieß es da unter anderem. In Gesprächen am Tisch und in einem Rundgespräch vertieften die Teilnehmer noch das Thema.