Wissenschaftler: Kirche muss Werkverträge vermeiden

Nachricht 26. Oktober 2013

Hannover (epd). Kirchen sollten bei der Vergabe von Bauaufträgen nach Ansicht des hannoversche Sozialethikers Gerhard Wegner Werkverträge vertraglich kategorisch ausschließen. "Das ist in den Kirchen bislang noch nicht vorgeschrieben - zu meinem Bedauern", sagte der Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (Samstagausgabe). "Wenn man Aufträge vergibt, kann man auch Sicherheitswälle errichten."

Hintergrund ist ein Fall in Georgsmarienhütte bei Osnabrück, wo litauische Arbeiter um ihren Lohn betrogen worden waren. Ein Subunternehmer hatte die Männer beim Bau des katholischen Franziskus-Hospitals beschäftigt und ihnen offenbar seit zwei Monaten keinen Lohn mehr gezahlt. "In diesem Fall ist der kirchliche Bauherr wohl selbst betrogen worden", sagte Wegner.

In Niedersachsen würden die kirchlichen Arbeitsverhältnisse zurzeit entscheidend verbessert und Flächentarifverträge eingeführt. Das sei eine Weiterentwicklung des bisher in den Kirchen gepflegten Dritten Weges. "Die Vereinbarung von Tarifverträgen ist ein echtes Fortschrittssignal, das in Niedersachsen gesetzt wird und gewiss Folgen in der gesamten Republik haben wird."

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