„Armut? Das ist doch keine Kunst!‟

Nachricht 24. Oktober 2013

Vernissage zur Ausstellung eines ungewöhnlichen Kunstprojektes

Es ist keine Kunst mehr, arm zu werden. Bald jeder sechste Niedersachse ist arm, so weist es die aktuelle Statistik aus. Dass Armut aber durchaus ein Thema von Kunst sein kann, will das Projekt „Armut? Das ist doch keine Kunst!‟ zeigen. Entstanden sind seit Ende Juli 2013 Skulpturen und Bilder, Fotoinstallationen und Videos von Profikünstlern oder ihren Projekten mit Wohnungslosen, Migranten und Bewohnern sozialer Brennpunkte. Vom 24.10. bis zum 10.11. 2013 werden die Ergebnisse bei „konnektor – Forum für Künste‟ und in der „Lindener Kunstwerke AG‟ vorgestellt.

„Wir haben uns mit kreativen Mitteln der Frage gestellt, wie unsere Gesellschaft mit dem Thema der sozialen Ungerechtigkeit umgeht und zeigen gleichzeitig neue Wege der Kulturvermittlung‟, erklärt Klaus-Dieter Gleitze, Künstler und Initiator des Projektes. Auch Künstler lebten häufig in prekären Verhältnissen. Man habe Künstlern neue Ideen ermöglichen und Bewohnern sozialer Brennpunkte Lust auf kreative Arbeit vermitteln wollen. „Und wir hoffen, dass die Ausstellungsbesucher die Anregungen mitnehmen und den Skandal Massenarmut nicht verdrängen!‟, sagt Gleitze.

Dr. Christoph Künkel, Direktor des Diakonischen Werkes der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers begründet das Engagement der Diakonie: „In jedem Mensch stecken künstlerische Fähigkeiten. Kunst ist eine Möglichkeit, mit ganz unterschiedlichen Personen und Gruppen ins Gespräch zu kommen. Wir haben diese Aktion gerne unterstützt, weil sie ein Miteinander auf Augenhöhe ermöglicht hat.‟

Dr. Hans-Jürgen Marcus, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Hildesheim: „Unsere Bilder von Armut sind sehr stark von solchen aus der sogenannten Dritten Welt bestimmt. Bilder unserer Armut,
die immer viel mit sozialer Ausgrenzung aufgrund zu geringer materieller Möglichkeiten und mit fehlenden Teilhabemöglichkeiten zu tun haben, sind dagegen seltener und vielleicht auch schwieriger. Insofern ist es eine spannende Ausstellung!‟
Antonie Dambacher vom Referat Förderung: „Die Klosterkammer Hannover begrüßt, dass das Projekt "Armut? Das ist doch keine Kunst!" ganz konkret dazu beiträgt, gesellschaftliche Teilhabechancen zu erhöhen. Dieses geschieht, indem professionelle Künstlerinnen und Künstler der Region Hannover mit Besuchern von Gemeinwesenprojekten gemeinsame künstlerische Arbeiten entwickeln und öffentlichkeitswirksam präsentieren.‟

Die Ausstellung wird bei „konnektor – Forum für Künste‟ und in der „Lindener Kunstwerke AG‟ vom 24.10 bis 10.11. 2013 jeweils donnerstags bis sonntags von 16 bis 19 Uhr gezeigt.

Projektbeteiligte sind die „konnektor – Forum für Künste‟, Lindener Kunstwerke AG und die Künstlergemeinschaft SCHUPPEN 68 sowie das Karl-Lemmermann-Haus (Tageswohnung der Diakonie), das Carl-Sonnenschein-Haus (Familienzentrum der Caritas), die Kirchengemeinde St. Clemens und die Nachbarschaftsarbeit Canarisweg.

Gefördert bzw. unterstützt wurde das Projekt vom Diakonischen Werk der Landeskirche Hannovers e.V., dem Caritasverband für die Diözese Hildesheim e.V., der Klosterkammer Hannover, der Landesarmutskonferenz Niedersachsen, der Stiftung Niedersächsischer Wohnungslosenhilfe, dem Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover und der Bischöflichen Stiftung Gemeinsam für das Leben.