EKD-Männer-Predigtpreis geht an Stader Pastor Dieterich-Domröse

Nachricht 18. Oktober 2013

Landessuperintendent Brandy gratuliert Pastor Volker Dieterich-Domröse zur Auszeichnung mit dem Männer-Predigtpreis

Stade/Hannover. Der erstmals ausgeschriebene Männer-Predigtpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) geht an Pastor Volker Dieterich-Domröse (54) aus Stade. Der Pastor erhält den Preis gemeinsam mit zwei weiteren Preisträgern.

„Ich gratuliere Pastor Dieterich-Domröse sehr zu dieser Auszeichnung“, so Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy. „Es ist wunderbar, dass bei einem bundesweiten Wettbewerb einer der Preisträger aus Stade kommt. Inhaltlich finde ich wichtig an dieser Predigt, dass sie anschaulich und für jeden verständlich Grundfragen unseres Glaubens formuliert – nicht nur, aber besonders für Männer“.

Im Frühsommer hatte die Arbeitsgemeinschaft der Männerarbeit der EKD den Predigtpreis ausgeschrieben. „Gewöhnlich machen sich Männer als Gottesdienstbesucher eher rar“, erklärt der Geschäftsführer der EKD-Männerarbeit, Martin Rosowski. „Aber wenn sie dann kommen, gehen sie oft recht kritisch mit dem Gottesdienstverlauf, vor allem aber mit Predigtinhalten um.“ Männer legten offenbar Wert darauf, in ihren persönlichen geistlich-spirituellen wie auch ihren allgemeinen Lebenserfahrungen angesprochen zu werden.

Dieterich-Domröse lässt in seiner Predigt einen Vater im inneren Zwiegespräch mit seiner frisch getauften Tochter ein neues Glaubensbekenntnis formulieren. „ Er spricht eine Sprache, die auch dem seltenen Kirchenbesucher vertraut ist. Seine szenische Predigt nimmt den Zuhörer mit in eine "typisch männliche" Auseinandersetzung mit dem Glauben: vom Erlebten zum Abstrakten. Sie macht auch weniger kirchenerprobten Männern Mut, sich den Traditionen mit einer eigenen Sichtweise zu nähern“, heißt es in der Begründung der Jury.

EKD-Männerarbeit zeichnet Predigten aus / Am 20. Oktober ist Männersonntag

Hannover. Eine Frau gehört zu den Preisträgern des ersten Predigtpreises der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Jurate Graun (Pseudonym), eine ehrenamtliche Klinikseelsorgerin in Baden, hat mit einer Predigt über Sexualität und Treue, die einem erotischen Gedicht ähnelt, die Jury ebenso überzeugt wie Pastor Volker Dieterich Domröse aus Stade, der einen Vater im inneren Monolog seiner frisch getauftenTochter ein neues Glaubensbekenntnis formulieren lässt, sowie Jürgen Deuerlein, ein Prädikant aus Vaihingen, dessen Predigt es wagt, die berufliche Überforderung eines Mannes und seinen Freitod vor dem Hintergrund des Kreuzestodes Jesu zu thematisieren. Im Frühsommer hatte die Arbeitsgemeinschaft der Männerarbeit der EKD den Predigtpreis ausgeschrieben. Die Arbeiten sollten sich mit dem Jahresthema 2013 der EKD Männerarbeit auseinandersetzen: „Bis hierher ... Aufrecht gehen und Ihr werdet leben!“.

„Gewöhnlich machen sich Männer als Gottesdienstbesucher eher rar“, erklärt der Geschäftsführer der EKD-Männerarbeit, Martin Rosowski. „Aber wenn sie dann kommen, gehen sie oft recht kritisch mit dem Gottesdienstverlauf, vor allem aber mit Predigtinhalten um.“ Männer legten offenbar Wert darauf, in ihren persönlichen geistlich spirituellen wie auch ihren allgemeinen Lebenserfahrungen angesprochen zu werden.„Sie erwarten von Gottesdienst und Predigt eben keine Antworten auf Fragen, die sie gar nicht gestellt haben“, ist Rosowski überzeugt. Für eine Theologie, die die Lebenswelten von Männern, ihre Spiritualität und ihre Glaubensfragen nachhaltig reflektiert und in die theologische Praxis umsetzt, fehle allerdings das fachwissenschaftliche Handwerkszeug. Um diese „Leerstelle“ auf Dauer ausfüllen zu können, hat die Männerarbeit der EKD in diesem Jahr erstmalig den Männer Predigtpreis ausgelobt. Er zeichnet Predigten aus, die männerspezifische Fragen für den Verkündigungskontext erschließen, diesen männerbezogen und in einer situationsgerechten Sprache auslegen. Sie sollten dabei gleichzeitig theologisch fundiert, innovativ und originell sein.

Die Preisverleihung wird im Rahmen eines Gottesdienstes am 13. November um 18 Uhr in der Kirche des Stefanstiftes in Hannover stattfinden. Die drei ausgezeichneten Predigten werden mit einer Auswahl weiterer männertheologischer Predigten von diesem Wochenende an auf der Homepage der EKD-Männerarbeit (siehe Link in der Info-Box) zu lesen und zum Teil zu hören sein. Dort finden sich auch Hinweise auf das Werkheft Material zum Männersonntag und Jahresthema der Männerarbeit der EKD. Seit Jahrzehnten feiern viele evangelische Gemeinden den dritten Sonntag im Oktober als „Männersonntag“. Am 20. Oktober ist es wieder so weit. Vielerorts sind gottesdienstliche Feiern geplant, in denen Männer in der Gemeinde mit ihren spirituellen Bedürfnissen und Erfahrungen einmal im Vordergrund stehen und sie als Akteure und Gestalter angesprochen sind. Rosowski kündigte an, dass im kommenden Jahr das Predigtpreis-Projekt fortgeführt werden solle. Er hofft, dass sich auch dann wieder viele haupt-, neben- und ehrenamtliche Prediger und Predigerinnen beteiligen werden. „Die Gemeinden mögen sich von der Vielfalt der eingegangenen männertheologischen Predigten inspiriert fühlen.“

Es sei geboten, auch und gerade die Gottesdienste zu nutzen, um Männern einen aktiven Part im kirchlichen Alltag zu bieten, ist der Männerarbeit-Geschäftsführer überzeugt. Männer erwarteten eine Kirche, die ihre Erfahrungen ernst nehme, ihre Kompetenzen anerkenne und sie zu einem Dialog auf Augenhöhe einlade. Dann fühlten sie sich auch in ihr zu Hause.

Der Jury gehörten an: Dr. Jochen Arnold, Direktor des Ev. Zentrums für Gottesdienst, Michaelis-Kloster Hildesheim, Henning Busse, Landespastor für Männerarbeit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Prof. Dr. Michael Domsgen, Praktische Theologie/Religionspädagogik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Michael Eberstein, Chefredakteur der Evangelischen Zeitung Hannover, Gerd Kiefer, Leiter der Ev. Arbeitsstelle für Bildung und Gesellschaft der Ev. Kirche der Pfalz, Theologischer Vorsitzender der Männerarbeit der EKD  Prof. Dr. Reiner Knieling, Leiter des Gemeindekollegs der VELKD.