Kirchliche Umweltbeauftragte fordern nationales Klimaschutzgesetz

Nachricht 15. Oktober 2013

Jever (epd). Die Umweltbeauftragten der evangelischen Landeskirchen in Deutschland haben ein nationales Klimaschutzgesetz gefordert. Die neue Bundesregierung müsse einen verbindlichen rechtlichen Rahmen für Klimaschutz und Energiewende formulieren, sagte am Mittwoch ihr Sprecher Wolfgang Schürger am Ende einer dreitägigen Herbsttagung der Beauftragten im niedersächsischen Jever dem epd. "Sonst wird es auf der Erde ungemütlich", warnte der bayerische Theologe und Umweltexperte.

Ein bundesweites Klimaschutzgesetz sorge für einen verantwortlichen Umgang mit der Energiewende und damit für gesellschaftliche Akzeptanz, erläuterte Schürger. Bisher gibt es derartige Regelungen nur auf Landesebene: Der nordrhein-westfälische Landtag hat im Januar das erste Klimaschutzgesetz in Deutschland verabschiedet. Baden-Württemberg zog im Juli nach. In den Gesetzen sind unter anderem Ziele zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen genannt und Wege, wie dies überwacht werden kann.

Im Herbst 2008 hat die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) den evangelischen Landeskirchen empfohlen, bis 2015 ihre CO2-Emissionen um 25 Prozent zu senken - gemessen am Basisjahr 2005. In der Zwischenzeit haben viele Landeskirchen diesen Beschluss übernommen und in eigene Programme umgesetzt.

Zusätzlich müsse jeder Einzelne sein Verhalten ändern, was nur mit guten Vorbildern möglich sei, ergänzte Schürger. Kirchengemeinden könnten diese Vorbildfunktion übernehmen, um einen umweltschonenderen Lebensstil zu erreichen, der Treibhausgase reduziere. Beispiele dafür seien Tauschbörsen und "Repair-Cafés" sowie Gemeinschaftsgärten auf dem Gelände von Kirchengemeinden.

Die Umweltbeauftragte der oldenburgischen Landeskirche, Kristine Ambrosy-Schütze, betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Umweltbildung. Sie nannte das Beispiel der evangelischen Kirchengemeinde Hasbergen bei Bremen, die einen Ökoradweg eröffnet hat. Der Pfad vermittelt Informationen beispielsweise zu Windkraft, Biogas und Naturschutz. Klar sei, dass viel Geduld und Training nötig seien, damit Menschen ihr Verhalten etwa im sparsamen Umgang mit Energie zugunsten der Umwelt änderten.

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